Islamisches Zentrum Hamburg
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تاریخ انتشار : 12/13/2019 10:04:00 PM
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Bericht zur Eröffnungszeremonie des Studienjahres 2019/2020 der Islamischen Akademie Deutschland (Hawzah)


Mit göttlicher Unterstützung und dem Segen des Fürsten der Zeit fand am Samstag, den 2. November 2019, die Feier zum Beginn des Studienjahres 2019/2020 in den Räumlichkeiten der Islamischen Akademie Deutschland (IAD) in Anwesenheit von Geistlichen, Gelehrten, Studierende, Dozenten, Förderern und Gläubigen statt.


Zu Beginn begrüßte Herr Ale Batool, Leiter der Bildungsabteilung der Hawzah, die Anwesenden und gab einen kurzen Überblick über die Aktivitäten und Programme der IAD. Die Hawzah, welche dieses Jahr ihr siebtes Gründungsjahr vor sich hat und im Laufe der Jahre einige Höhen und Tiefen über sich ergehen lassen musste, habe nun 27 aktive Studenten. 12 dieser Studenten sind aus den älteren Studiengängen, 15 weitere wurden dieses Jahr immatrikuliert. Die Studierenden sind aus unterschiedlichen europäischen Ländern, wie z. B. Deutschland, Österreich, Portugal, Spanien und Italien. Davon 18 männlich und 9 weiblich. Das Durchschnittsalter der Studierenden beträgt 23 Jahre. In der Hawzah unterrichten mehr als 10 Dozenten und Gastdozenten. Die Studenten haben täglich ca. 4-5 Stunden Unterricht. Darüber hinaus finden drei gesonderte Kurse statt. Zwei dieser Kurse finden wöchentlich statt, und werden vom Leiter des Islamischen Zentrums Hamburg geleitet. Der Ethikunterricht für die Studierenden und Dozenten und der gesonderte Unterricht für die Dozenten in der Jurisprudenz. Der dritte Kurs ist die tägliche Rezitation des heiligen Korans.


Ein weiterer Redner dieser Feierlichkeit war Hudschat-ul-Islam Seyed Mohsen Tabatabai, ein angesehener Dozent an der Hawzah. Er begann seine Rede mit dem Vers: «Aber nur die Wissenden unter Seinen Dienern besitzen Achtsamkeit gegenüber Allah. Allah ist fürwahr mächtig, verzeihend. » und sprach über die Wichtigkeit des Wissens und der Erkenntnis. Dabei unterteilte er das Wissen in zwei Kategorien: 1) Die Medizinwissenschaften und 2) Die Religionswissenschaften. Hierbei ist die Religionswissenschaft jene Wissenschaft, welche für den geistigen und spirituellen Fortschritt zuständig ist. in diesem Zusammenhang äußerte er seine Besorgnis über die Vernachlässigung dieser Wissenschaft in der Erziehung der muslimischen Familien. Anschließend nannte er die negativen Auswirkungen der Kombinationen von Unwissenheit mit den Phänomenen: Armut, Reichtum, Macht, Freiheit und Religion. Im Gegensatz zu den positiven Auswirkungen der Kombination von Wissen und Erkenntnis. Zum Schluss wies er auf die Thaqalain-Überlieferung (ثقلین) hin und erläuterte, dass der einzig richtige Weg der Wissensaneignung und des spirituellen Fortschritts durch den heiligen Koran und der Ahl-ul-bait (a.) zu erreichen sei.

Hauptredner der Feier war Hudschat-ul-Islam Dr. Mofatteh, der Leiter des Islamischen Zentrums Hamburg und Direktor der Islamischen Akademie Deutschland. Er wies auf den Vers 122 der Sure at-Tauba (die Reue) hin. In dieser heißt es: «Die Gläubigen sollen aber nicht allesamt gleichzeitig ausrücken. Von jeder ihrer Aufteilung soll eine Gruppe nicht ausrücken, um einander in der Religion zu belehren. So können sie ihren Leuten nach ihrer Heimkehr helfen, vor dem Bösen auf der Hut zu sein. » Er sprach über die Philosophie der Gründung der Islamischen Akademien. Dabei betonte er, dass dieser Vers nicht nur zum Erlernen der göttlichen Religion verpflichtet, sondern auch das Lehren nach dem Erlernen. In diesem Vers wird die Migration zum Erlernen von Wissen mit dem Wortlaut nafr       (نفر), welches sich auf das Ausrücken in das Kriegsgebiet bezieht, benutzt. Gemäß einer Interpretationsart dieses Verses, waren nicht alle Muslime, dazu verpflichtet sich an den Kämpfen zu beteiligen – ausgenommen der Notfall. Eine Gruppe soll in den Verteidigungskrieg ziehen und die anderen sollen in der Stadt bleiben, um die Rechtsurteile und Lehren des Islams zu lernen und diese den anderen nach ihrer Rückkehr zu vermitteln. Eine andere Interpretation des Verses besagt, dass die Muslime in zwei Gruppen eingeteilt werden. Eine Gruppe, die in der Stadt bleiben soll, um diese zu beschützen, während die zweite Gruppe ins Kriegsgebiet zieht um das Ergebnis der göttlichen Wirkung, welche zu wundersamen Siegen und Triumphen der Muslime führt selbst zu erleben und nach der Rückkehr den anderen zu berichten. Es existiert auch eine dritte Interpretation die besagt, dass die Menschen in der Umgebung der Stadt zur Erhaltung der gesellschaftlichen Lebensordnung dort verbleiben sollten, während die zweite Gruppe zum heiligen Propheten reist, um dort von ihm die islamischen Vorschriften und Lehren zu erlernen. Diese wurden nach dem Erlernen an die erste Gruppe gelehrt. Jede dieser drei Interpretationen hat spezielle Besonderheiten den anderen zwei gegenüber.


Für welche wir uns auch entscheiden, es bedeutet im Endeffekt dasselbe nämlich, dass es sowohl notwendig ist die Islamischen Religionswissenschaften zu lernen, als diese auch zu lehren. Diese Notwendigkeit, die Islamischen Religionswissenschaften zu erlernen und anderen beizubringen, ist in den nicht islamischen Ländern noch größer. In Gesellschaften, in denen der Zugang zu  Islamischen  Religionswissenschaftlern schwierig ist und zu dem die Kommunikation und das gegenseitige Verständnis aufgrund von sprachlichen und kulturellen Barrieren sich noch schwieriger gestaltet, verdoppelt sich diese Notwendigkeit. Eine solche Gesellschaft benötigt Menschen, welche die dort vorhandene Sprache beherrschen, und mit der dortigen Kultur vertraut sind. Diese Menschen können das erlernte religiöse Wissen den Menschen und vor allem den Muslimen selbst besser näher bringen. Darüber hinaus ist es notwendig, dass Einzelpersonen aus diesen Gemeinschaften den Status der Nachahmung erreichen, um die islamischen Lehren aus den Quellen des Islams entsprechend den Bedürfnissen der in diesen Gebieten lebenden Muslime abzuleiten. Hierfür ist es dringend notwendig, dass Wissen der Absolventen der 1000-jährigen islamischen Hawzah von Najaf und der 100-jährigen Hawzah von Qom zu nutzen. Der Vertreter der obersten schiitischen Autorität in Deutschland betonte die Notwendigkeit, Islamische Akademien in verschiedenen Teilen der Welt zu errichten. Bei dieser Realisierung ist der Einsatz von Professoren und Absolventen dieser beiden etablierten Institutionen  (Najaf und Qom) notwendig. Er führte fort, dass die Hawzah in Qom vor hundert Jahren genau mit dieser Methodik gegründet wurde. Die Hawzah in Qom konnte das Wissen Stück für Stück nutzten, um so nach einigen Generationen auf eigenen Beinen zu stehen. Qom schaffte es für Innovationen in den Islamwissenschaften zu sorgen. Unsere Hawzah ist nun, nach sechs Jahren Erfahrung bereit mit mehr Wissen und Reife, eine neue Phase zu beginnen, welche in diesem Fall der Beginn des neuen Studienjahres ist. Für Wachstum und Spitzenleistungen muss man manchmal neue Abschnitte und Phasen beginnen. Wir benötigen mehr als zuvor die Expertise aus Najaf und Qom. Es ist unvorstellbar, dass eine Hawzah je ohne die Expertise und das Wissen der etablierten Institutionen (Najaf und Qom) erfolgreich sein kann. Für diese wichtigen Schritte (des Lernens und Lehrens) müssen wir einen kontinuierlichen Austausch mit Najaf und Qom am Leben erhalten. Mit Entschlossenheit setzen wir unsere Schritte in diesem Weg fort und bitten unseren Schöpfer um seine Hilfe. «Und sprich:“O mein Herr! Lass meinen Eingang aufrichtig und wahr sein und meinen Ausgang aufrichtig und wahr sein und gewähre mir deine hilfreiche Macht.“» (Sure al-Isra (Die Nachtreise): 80)


Im Anschluss begrüßte Hudschat-ul-Islam Dr. Khushnevis, der Stellvertretende Leiter der Islamischen Akademie Deutschland, die Gäste und hielt eine kurze Rede, in der er die Tugenden des Religionsstudiums und die einhergehenden Schwierigkeiten auf diesem Weg ausführte. Dabei erwähnte er auch einige Voraussetzungen für ein erfolgreiches Gelingen auf diesem Weg. Voraussetzungen wie: Segen, Ehrgeiz, fachlich-kompetente Lehrer und ein positives Umfeld, welches einem die Wissensaneignung ermöglichen und bei Schwierigkeiten und Problemen unterstützen. Am Ende seiner Rede bedankte er sich für das Vertrauen, das ihm für diese Aufgabe zuteilwurde und bat den Allmächtigen Schöpfer für ein erfolgreiches Agieren.

Der letzte Programmpunkt des Abends war ein Bericht von Herrn Moalemzadeh über den Erwerb des Privatgebäudes der Akademie und die Rolle der Spender auf diesem gottgefälligen Weg. Die Vielfalt der Spenden und die Unterstützungen beim Kauf des Gebäudes waren sehr groß. Die Höhe der finanziellen Unterstützungen reichten von fünf Euro bis hin zu Spenden von 100.000 Euro und 180.000 Euro. Auch die Vielfalt der Spender selbst, welche aus den verschiedenen Einkommensschichten kamen, war bemerkenswert. So spendete ein junges Mädchen ihren Ring, eine Ärztin das Einkommen aus ihrer Praxis und eine Einwandererdfamilie ihre Ersparnisse. Unter den Förderern und Spendern waren aber auch Kaufleute und Händler. Ohne Vertrauen wäre es natürlich nicht möglich gewesen, Zusammenarbeit und Empathie für dieses Projekt zu gewinnen. Dieses Vertrauen wiederum wäre nicht ohne Glauben entstanden. Dieses Vertrauen entstand aus zwei wichtigen Gründen: Der erste Grund, war die Glaubwürdigkeit des 60-jährigen Islamischen Zentrums Hamburg, als Erbe der Quellen der Nachahmung in Europa und wichtigstes Zentrum der religiösen Aktivitäten der Schiiten. Der zweite Grund waren die Bemühungen und die Glaubwürdigkeit des damaligen Leiters Ayatollah Ramezani als Vertreter der Quellen der Nachahmung in Europa. Die Kombination dieser beiden Aspekte schuf das notwendige Vertrauen und die nötige Zuversicht. Dank dem Erhabenen Gott wurde dieses Vorhaben durch die Spenden stark unterstützt und verwirklicht.


In dieser Zeremonie wurden außerdem die einzelnen Grußbotschaften von Ayatollahs Arafi, Leiter der Islamischen Akademien Qom, Ayatollah Qomi, internationaler Stellvertreter des Büros von Großayatollah Imam Khamenei sowie Ayatollah Ramezani, Generalsekretär der internationalen Ahl-ul-bait Gemeinschaft, anlässlich des Beginns des neuen Studienjahres verlesen.

Zu erwähnen ist, dass der Unterricht zum Studienjahre 2019/2020  an der Akademie schon Anfang Oktober 2019 begonnen hat. Die Eröffnungsfeier zum Beginn des Studienjahres wurde aufgrund der Trauerveranstaltungen im Monat Safar nachgeholt. Weiterhin sein angemerkt, dass die Abschlusszeugnisse der IAD von der Al-Mustafa Universität in Qom anerkannt werden

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