Islamisches Zentrum Hamburg
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Nachrichten Code : 197598
Datum der Veröffentlichung : 2/9/2019 6:04:00 PM
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Bekanntschaft mit dem Qur’an (13)

Freitagsansprache von 18.01.2019
von Hujjat ul-Islam Dr. Mofatteh

 Im Namen Allahs, des Barmherzigen, des Allerbarmers

Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen sei mit unserem Propheten Muhammad, seinen reinen Nachkommen und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten


Im Verlauf der Thematik rund um die Bekanntschaft mit dem heiligen Qur’an haben wir uns mit der Frage des Schicksals nach dem Tod befasst. Wir sprachen in dieser Hinsicht über die Auferstehung, dem ewigen Leben nach dem Tod, und klassifizierten die Verse des Qur’an diesbezüglich in vier Kategorien:

1.        Der Beweis für die Auferstehung

2.        Die Situation der Himmel, ihrer Planeten sowie der Erde und ihrer Bestandteile während der Auferstehung

3.        Die Situation der Menschen während der Auferstehung

4.        Die Situation der Menschen im Jenseits

Nach der Analyse der ersten beiden Kategorien, wollen wir uns nun den Qur’anversen der dritten Kategorie widmen. In diesen Versen, die sich mit der Situation der Menschen während ihrer erneuten Belebung und der Abrechnung ihrer auf der Erde begangenen Taten befassen, wird ferner darüber gesprochen, dass die Menschen am Tag der Auferstehung ihre Taten in verkörperter Form vorfinden werden. Diese Verse kann man in zwei grundlegende Kategorien gliedern:

1.        Verse, die über das Sehen der Taten sprechen

2.        Verse, die über das Produkt und die Erstattung der Taten sprechen.


1.        Das Sehen der Taten im Jenseits

Gott, der Erhabene, spricht in verschiedenen Versen darüber, dass man seine eigenen Taten im Jenseits vorfinden und bezeugen wird:

„An jenem Tag kommen die Menschen in verschiedenen Gruppen hervor, damit ihnen ihre Werke gezeigt werden. Wer nun Gutes im Gewicht eines Partikels tut, wird es sehen. Und wer Böses im Gewicht eines Partikels tut, wird es sehen.“ [1]

Dieser Vers weist darauf hin, dass die Menschen am Tage der Auferstehung ihre eigenen Taten höchstselbst betrachten werden, gleichwohl die Art und Weise der Betrachtung und ihre Spezifikationen für uns verborgen bleiben.

„An dem Tag, da jede Seele das vorgebracht findet, was sie an Gutem getan hat und was sie an Bösem getan hat. Sie wird wünschen, es läge zwischen ihr und ihm eine weite Entfernung. [2]

Fürwahr wird jeder mit seinen eigenen Taten und Handlungen konfrontiert werden und sich aus tiefstem Herzen wünschen, dass er von seinen bösen Handlungen getrennt und entfernt wird.

„Und jedem Menschen haben Wir sein Zeugnis an seinem Hals befestigt (es ist sein stetiger Begleiter). Und am Tag der Auferstehung holen Wir ihm ein Buch heraus, das er aufgeschlagen vorfindet.“ [3]

Dieser Vers weist darauf hin, dass die Taten eines jeden Menschen verschriftlicht werden und einsehbar sind. Dieses Buch seiner Taten wird er mit sich führen.

„Wir, ja Wir machen die Toten wieder lebendig. Und Wir schreiben auf, was sie vorausgeschickt haben und ihren Folgen. Alle Dinge haben Wir in einem klaren Zeugnis erfasst.“ [4]

Dieser Vers spricht darüber, dass alle Handlungen des Menschen in einem klaren Zeugnis festgehalten werden. Was das genau ist, muss gesondert behandelt werden.

„Und du siehst jede Gemeinschaft auf den Knien sitzen. Jede Gemeinschaft wird zu ihrem Buch gerufen: „Heute wird euch das vergolten, was ihr zu tun pflegtet. Dies ist unser Buch. Es spricht die Wahrheit über euch. Wir ließen aufschreiben, was ihr zu tun pflegtet.““ [5]

„Am Tag, da der Mensch erblickt, was seine Hände vorausgeschickt haben, und der Ungläubige ruft: «O wäre ich doch nur Staub!“ [6]

„Und das Buch wird hingelegt. Da siehst du die Übeltäter erschrocken vor dem, was darinsteht. Und sie sagen: «O wehe uns! Was ist mit diesem Buch, welches nichts, weder klein noch groß, auslässt, ohne es zu erfassen?» Und sie finden (alles), was sie taten, vorliegen. Und dein Herr tut niemandem Unrecht.“ [7]

„Verrichtet das Gebet und entrichtet die Abgabe. Und was ihr für euch an Gutem vorausschickt, das werdet ihr bei Gott vorfinden. Gott sieht wohl, was ihr tut.“ [8]

Die Gesamtheit dieser Verse weist darauf hin, dass der Mensch im Jenseits mit den jenseitigen Gestalten seiner Handlungen, Überzeugungen, Eigenschaften und Moral konfrontiert wird. Diese Gestalten sind auch aktuell präsent, nur sind sie uns momentan verborgen. Da die Zwischenwelt und was sich in ihr befindet eine komprimierte Version des Jenseits ist, ist das, was dem Menschen dort hervorgebracht wird, die zwischenweltliche Gestalt seiner Handlungen und eine Art Vorgeschmack dessen, was ihn im ewigen Jenseits erwartet.

2.        Die vollständige Erstattung und Auszahlung der Handlung

Der erhabene Gott unterstreicht in verschiedenen Versen die Angelegenheit der vollständigen Erstattung und Auszahlungen der Handlungen des Menschen. Des Weiteren wird die Verkörperung der Taten im Jenseits behandelt:

„Und was ihr an Gutem spendet, ist zu eurem Vorteil. Und ihr spendet nur in der Suche nach dem Wohlgefallen Gottes. Und was ihr an Gutem spendet, wird euch voll zurückerstattet, und euch wird nicht Unrecht getan.“ [9]

Auf Basis der Verkörperung der Handlungen wird dem Spender der Lohn für seine Spende im Jenseits in jenseitiger Gestalt ausgezahlt werden. Diese Zurückerstattung der Handlung ist eine wahre und sichere Angelegenheit, keine eingebildete.

„Und hütet euch vor einem Tag, an dem ihr zu Gott zurückgebracht werdet. Dann wird jeder Seele voll zurückerstattet, was sie erworben hat. Und ihnen wird nicht Unrecht getan.“ [10]

Hierbei können auch weitere Verse als Beweis für die Verkörperung der Handlungen aufgeführt werden. [11]



[1] Heiliger Qur’an, Sura al-Zalzalah (99):6-8:

يَوْمَئِذٍ يَصْدُرُ النَّاسُ أَشْتَاتًا لِّيُرَوْا أَعْمَالَهُمْ ﴿٦فَمَن يَعْمَلْ مِثْقَالَ ذَرَّةٍ خَيْرًا يَرَهُ ﴿٧ وَمَن يَعْمَلْ مِثْقَالَ ذَرَّةٍ شَرًّا يَرَهُ ﴿٨

[2] Heiliger Qur’an, Sura Aale Imran (3):30:

يَوْمَ تَجِدُ كُلُّ نَفْسٍ مَا عَمِلَتْ مِنْ خَيْرٍ مُحْضَرًا وَمَا عَمِلَتْ مِنْ سُوءٍ تَوَدُّ لَوْ أَنَّ بَيْنَهَا وَبَيْنَهُ أَمَدًا بَعِيدًا

[3] Heiliger Qur’an, Sura al-Isra‘ (17):13:

وَكُلَّ إِنْسَانٍ أَلْزَمْنَاهُ طَائِرَهُ فِي عُنُقِهِ وَنُخْرِجُ لَهُ يَوْمَ الْقِيَامَةِ كِتَابًا يَلْقَاهُ مَنْشُورًا

[4] Heiliger Qur’an, Sura Ya Sin (36):12:

إِنَّا نَحْنُ نُحْيِي الْمَوْتَى وَنَكْتُبُ مَا قَدَّمُوا وَآثَارَهُمْ وَكُلَّ شَيْءٍ أَحْصَيْنَاهُ فِي إِمَامٍ مُبِينٍ

[5] Heiliger Qur’an, Sura al-Dschathiah (45):28-29:

وَتَرَى كُلَّ أُمَّةٍ جَاثِيَةً كُلُّ أُمَّةٍ تُدْعَى إِلَى كِتَابِهَا الْيَوْمَ تُجْزَوْنَ مَا كُنْتُمْ تَعْمَلُونَ؛ هَذَا كِتَابُنَا يَنْطِقُ عَلَيْكُمْ بِالْحَقِّ إِنَّا كُنَّا نَسْتَنْسِخُ مَا كُنْتُمْ تَعْمَلُونَ

[6] Heiliger Qur’an, Sura al-Naba (78):40:

يَوْمَ يَنْظُرُ الْمَرْءُ مَا قَدَّمَتْ يَدَاهُ وَيَقُولُ الْكَافِرُ يَا لَيْتَنِي كُنْتُ تُرَابًا

[7] Heiliger Qur’an, Sura al-Kahf (18):49:

وَوُضِعَ الْكِتَابُ فَتَرَى الْمُجْرِمِينَ مُشْفِقِينَ مِمَّا فِيهِ وَيَقُولُونَ يَا وَيْلَتَنَا مَالِ هَذَا الْكِتَابِ لَا يُغَادِرُ صَغِيرَةً وَلَا كَبِيرَةً إِلَّا أَحْصَاهَا وَوَجَدُوا مَا عَمِلُوا حَاضِرًا وَلَا يَظْلِمُ رَبُّكَ أَحَدًا

[8] Heiliger Qur’an, Sura al-Baqarah (2):110:

وَأَقِيمُوا الصَّلَاةَ وَآتُوا الزَّكَاةَ وَمَا تُقَدِّمُوا لِأَنْفُسِكُمْ مِنْ خَيْرٍ تَجِدُوهُ عِنْدَ اللَّهِ إِنَّ اللَّهَ بِمَا تَعْمَلُونَ بَصِيرٌ

[9] Heiliger Qur’an, Sura al-Baqarah (2):272:

وَمَا تُنْفِقُوا مِنْ خَيْرٍ فَلِأَنْفُسِكُمْ وَمَا تُنْفِقُونَ إِلَّا ابْتِغَاءَ وَجْهِ اللَّهِ وَمَا تُنْفِقُوا مِنْ خَيْرٍ يُوَفَّ إِلَيْكُمْ وَأَنْتُمْ لَا تُظْلَمُونَ

[10] Heiliger Qur’an, Sura al-Baqarah (2):281:

وَاتَّقُوا يَوْمًا تُرْجَعُونَ فِيهِ إِلَى اللَّهِ ثُمَّ تُوَفَّى كُلُّ نَفْسٍ مَا كَسَبَتْ وَهُمْ لَا يُظْلَمُونَ

[11] Vgl.: Tabatabai, Mohammad Hossein: Al-Mizan, B. 18, S. 222 sowie Naraqi, Mohammad Mahdi: Dschame al-Sa’adaat, B. 1, S. 21.


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