Islamisches Zentrum Hamburg
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Nachrichten Code : 197252
Datum der Veröffentlichung : 12/29/2018 8:24:00 AM
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Jesus (a.) aus der Sicht des Koran

Freitagsansprache von 28.12.2018
 
von Hujjat ul-Islam Ansari

 Im Namen Allahs, des Barmherzigen, des Allerbarmers

Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen sei mit unserem Propheten Muhammad, seinen reinen Nachkommen und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

 

 

Ich rate Ihnen und mir selbst zur Ehrfurcht gegenüber Gott!

Wir befinden uns in der Zeit, in der dem heiligen Propheten Jesus (a.) gedacht wird. In einigen Versen des Korans werden die Geburt, das Leben und die Persönlichkeit dieses großen Propheten erwähnt. In einigen Versen, wird über seine Schöpfung und des Lebens seiner Mutter Maria (a.) gesprochen und über sein Leben. Andere Verse berichten über Jesus (a.) geistigen und spirituellen Charakter. In anderen Versen wiederum, werden die falschen Behauptungen, über Jesus (a.) und das er selbst Gott sein abgelehnt und korrigiert.

Die Geschichte von Jesus (a.) ist im Koran stets mit dem Namen seiner heiligen Mutter verbunden. Dies liegt an der besonderen Art seiner Erschaffung und er wird deshalb im Koran als Ibn Maryam (Sohn der Maria) vorgestellt.

Der heilige Koran stellt uns Maria (a.) als eine besondere Persönlichkeit vor. Eine auserwählte und reine Frau, welche als Vorbild für die Gläubigen gilt und ein Symbol für Aufrichtigkeit und Keuschheit darstellt. In Surah 3 Vers 42-43 werden die Werte der Heiligen Jungfrau Maria (a.) erwähnt.

Oder auch in Surah Tahrim in Vers 12, wo Maria (a.) als ein Vorbild der Demut und Tugend vorgestellt wird. Wo es heißt:

„Und (auch) Maria, die Tochter, Imrans, die ihre Scham unter Schutz stellte, worauf Wir in sie von unserem Geist bliesen. Und sie hielt die Worte ihres Herrn und seine Bücher für wahr und gehörte zu denen, die (Gott) demütig ergeben sind.“ [66:12]

Aufgrund der besonderen Persönlichkeit seiner Mutter, verehrte Prophet Jesus (a.) sie stets. So sagt er im heiligen Koran in der Surah 19 Vers 31-32

Und Er machte mich gesegnet, wo immer ich bin. Und Er trug mir auf, das Gebet und die Abgabe (zu erfüllen), solange ich lebe, (31) Und ehrwürdig gegen meine Mutter zu sein.


Manche Menschen, haben den Propheten Jesus (a.) aufgrund seiner wundersamen Erschaffung ohne Vater zum Gott ernannt. Der heilige Koran hat die wundersame Erschaffung von Jesus in Surah 3 Vers 59 erwähnt:

Mit Jesus ist es vor Gott wie mit Adam. Er erschuf ihn (Adam) aus Erde, dann sagte Er zu ihm: Sei!, und er war.

Die Erschaffung von Adam (a.) war doch noch verwunderlicher als die Erschaffung von Jesus (a.), da Adam (a.) als erster Mensch, sogar ohne Mutter und Vater erschaffen wurde. Dies ist also für Gott ein leichtes.

Dieser Gott, welcher also Adam (a.) ganz und gar ohne Eltern erschaffen hat kann doch nun auch ohne weiteres Jesus (a.) ohne einen Vater erschaffen und deshalb sagte Maria (a.) im Koran in Surah 19 Vers 20

«Wie soll ich einen Knaben bekommen? Es hat mich doch kein Mensch berührt, und ich bin keine unzüchtige.»

Und Gott antwortete Ihr hierauf in Vers 22 der gleichen Surah

 «So wird es sein. Dein Herr spricht: Das ist Mir ein leichtes. Wir wollen ihn zu einem Zeichen für die Menschen und zu einer Barmherzigkeit von Uns machen. Und es ist eine beschlossene Sache.» 

Gott hat die Schöpfung von Jesus (a.) in Vers 50 der Surah Muminun, als ein Zeichen seiner Macht aufgeführt:

Und Wir machten den Sohn Marias und seine Mutter zu einem Zeichen. Und Wir gaben ihnen Unterkunft auf einer Anhöhe mit Grund und Quellwasser. (23:50)

 

Der Ausdruck Ibn Maryam im Koran zeigt dieses Wunder. Das ein Sohn ohne Vater zur Welt kommt ist Ausdruck der Allmacht Gottes!

Der Koran präsentiert uns Prophet Jesus (a.) mit verschiedene Eigenschaft und Anreden, um so seine hohe Persönlichkeit vorzustellen. Manche dieser Begriffe sind z.B.: der Geläutert, der Gesegnete, das Wort der Wahrheit, der Gott Nahstehende, das Wort Gottes, der Geist Gottes, der Gesandte Gottes, der Rechtschaffene

Das erste Wunder von Jesus (a.) war es, sich bereits nach seiner Geburt noch in der Wiege als einen Diener und Gesandten Gottes vorzustellen, welcher ein Überbringer der Offenbarungsschrift ist. So heißt es in Surah 19 Vers 30


Da zeigte sie (Maria) auf ihn. Sie sagten: "Wie können wir mit jemandem sprechen, der noch ein Kind in der Wiege ist?" (29) Er sagte: "Ich bin wahrlich Allahs Diener; Er hat mir die Schrift gegeben und mich zu einem Propheten gemacht. (30)

Gott hat in Surah 5 in Vers 110 einen Teil der Geschichte von Jesus (a.) und den Gaben gegenüber seinem Volk erwähnt.

Und als Gott sprach: «O Jesus, Sohn Marias, gedenke meiner Gnade zu dir und zu deiner Mutter,..

Unter diesen Gaben Gottes sind:

1.        Die Stärkung Jesus (a.) mit dem göttlichen Geist, welcher der Engel der Offenbarung war und Jesus (a.) mit seiner unsichtbaren Kraft bei seinen Wundern und Aufgaben geholfen hatte. So heißt es im Koran: …als Ich dich mit dem Geist der Heiligkeit stärkte… [3:110]

 

2.       Das Sprechen als Säugling in der Wiege. So heißt es hier diesbezüglich im Koran: …so daß du zu den Menschen in der Wiege und als Erwachsener sprachst;… [3:110],

 

3.       Gotte lehrte Jesus (a.) das Buch, die Weisheit, die Thora und Bibel. …und als Ich dich das Buch, die Weisheit, die Thora und das Evangelium lehrte;... [3:110]

 

4.       Mit der Erlaubnis und Kraft Gottes, konnte Jesus (a.) aus Ton lebendiges Leben erschaffen. …und als du aus Ton etwas wie eine Vogelgestalt mit meiner Erlaubnis geschaffen und dann hineinbliesest und es mit meiner Erlaubnis zu einem Vogel wurde;… [3.110]

 

5.    Jesus (a.) konnte Blinde und unheilbare Kranke Menschen mit der Erlaubnis Gottes sehend und gesund machen. …und als du Blinde und Aussätzige mit meiner Erlaubnis heiltest… [3:110]

 

6.       Jesus (a.) konnte Tote wieder zu Leben erwecken …und Tote mit meiner Erlaubnis erweckt hast… [3:110]

 

7.       Gotte beschützte Jesus vor dem Volk von Bani Israel …und als Ich die Kinder Israels von dir zurückhielt,… [3:110]

 

Eine der wichtigsten Denkweisen des Christentums, dem der Koran wiederspricht, ist die Dreifaltigkeit. Gott wiederspricht jeder Übertreibung und jeder übermäßigen Verherrlichung gegenüber dem Propheten Jesus (a.] und sagt in Surah Nisa Vers 171:

Und sagt nicht: Drei. Hört auf, das ist besser für euch. Gott ist doch ein einziger Gott.[4:171]

In diesem Vers widerspricht Gott noch einigen Punkten gegenüber der Dreifaltigkeit und der Göttlichkeit des Propheten Jesus (a.)


1.        Jesus war nur der Sohn Marias. …Christus Jesus, der Sohn Marias,…[4:171] Dieser Ausdruck wird 16 Mal im Koran erwähnt und dies zeigt, dass Jesus (a.) wie alle anderen Menschen die Zeit als Embryo hinter sich brachte, zur Welt kam, Milch trank und im Mutterschoß aufwuchs so wie ein normaler Mensch. Ein Wesen, welches an solche Naturgesetze gebunden ist, kann kein ewiger Gott sein.

 

2.        Jesus war ein Gesandter Gottes …ist doch nur der Gesandte Gottes… [7.171) Die Stellung eines Gesandten und Propheten Gottes, hat nichts mit der Stellung des ewigen Gottes gleich.

 

3.        Jesus sprach das Wort Gottes, welches er Maria überbrachte …und sein Wort, das Er zu Maria hinüberbrachte,… [4:171]. Auch hier sehen wir, dass Jesus ein Geschöpf Gottes ist, welches von Sprache und Worten des Schöpfers abhängig ist.

 

4.        Jesus trägt einen Geist, welcher von Gott erschaffen wurde. …und ein Geist von Ihm... [4:171]. Dieser Ausdruck ist im Koran gegenüber Adam (a.) und allen Menschen ausgedrückt. Dies zeigt den Wert des prachtvollen menschlichen Geistes, welchen Gott in die Menschen und Propheten gesandt hat.

 

Der Koran zitiert Jesus (a.) und wiederspricht jeglicher Behauptung seiner Göttlichkeit und lehnt diese ab. Hierzu heißt es in Surah 5 Vers 116-117:

Und als Gott sprach: «O Jesus, Sohn Marias, warst du es, der zu den Menschen sagte: >Nehmt euch neben Gott mich und meine Mutter zu Göttern? (116) Ich habe ihnen nichts anderes gesagt als das, was Du mir befohlen hast, nämlich: >Dienet Gott, meinem Herrn und eurem Herrn. < Ich war Zeuge über sie, solange ich unter ihnen weilte. Als Du mich abberufen hast, warst Du der Wächter über sie. Und Du bist über alle Dinge Zeuge. (117)

Gemäß dieser Verse, stellt der Prophet Jesus (a.) keinen Anspruch auf Göttlichkeit, sondern auf die Dienerschaft und sein Prophetentum. Er war in der Dienerschaft und Ergebenheit gegenüber den Befehlen Gottes demütig. Er hat die Menschen zur Dienerschaft Gottes aufgerufen wie es in Vers 36 der Surah 19 heißt:

«Und Gott ist mein Herr und euer Herr; so dienet Ihm. Das ist ein gerader Weg.»

In anderen Versen ist zudem erwähnt, dass all das was Jesus (a.) vollbringen konnte, lediglich nur mit Erlaubnis und durch den Willen Gottes möglich war.

Die heutige Welt bedarf ganz sicher der Lehren des heiligen Propheten Jesus (a.) und wenn dieser heute unter uns wäre, hätte er keine Zeit verloren, um gegen Unterdrückung zu kämpfen. Die Milliarden Menschen welche durch Tyrannei und Hunger sterben müssen, wären für ihn sicherlich unerträglich.

Möge Gott uns lehren dass wir die lehren von Jesus (a.) verstehen.


 


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