Islamisches Zentrum Hamburg
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Nachrichten Code : 196671
Datum der Veröffentlichung : 11/28/2018 10:56:00 AM
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Bekanntschaft mit dem Qur’an (7)

Freitagsansprache von 09.11.2018
von Hujjat ul-Islam Dr. Mofatteh

 Im Namen Allahs, des Barmherzigen, des Allerbarmers

Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen sei mit unserem Propheten Muhammad, seinen reinen Nachkommen und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten

Inhalte des heiligen Qur’an

Der heilige Qur’an ist ein Buch, welches den Menschen den Weg zur Erlangung der ewigen Glückseligkeit vorstellt und sie entsprechend anleitet und führt. Er gibt Antworten auf die drei grundlegenden Fragen des Menschen, mit denen sich seit Anbeginn der Geschichte die Denker beschäftigen:

1.        Was ist der Ursprung der Schöpfung?

2.        Wie lautet das Ende der Schöpfung?

3.        Was ist die Ursache der Schöpfung?

Der heilige Qur’an beantwortet diese drei Fragen. Hinsichtlich der ersten Frage behandelt er Thematiken rund um die Existenz eines weisen Schöpfers, der im Besitz von Eigenschaft wie Wissen oder Macht ist, sowie rund um die Schöpfung der Welt, der Planeten, der Sterne, des Menschen etc.

1.        Der Erweis der Gottesexistenz

Um die Existenz Gottes zu beweisen, wurden verschiedene Erweise erbracht, von denen einige leicht verständlich und andere wiederum des Nachdenkens und Philosophierens bedürfen. Eines der leicht verständlichen und zugleich starken und nicht von der Hand zu weisenden Beweise für die Existenz Gottes ist der sog. Beweis der Ordnung. Dieser Beweis beruht auf zwei Annahmen:

1.        Überall im Universum sind Anzeichen einer Ordnung, einer Berechnung, eines Systems und eines Zwecks zu erkennen.

2.        Eine jede Ordnung, die im Besitz von derlei Eigenschaften ist, muss zwingend einen wissenden und intellektuellen Erschaffer aufweisen.

Jeder Mensch kann mit nur etwas Aufmerksamkeit auf seine Umgebung die umfassende Ordnung der Welt erkennen. Der heilige Qur’an spricht dahingehend:

„Schauen sie denn nicht zu den Kamelen, wie sie erschaffen wurden, und zum Himmel, wie er emporgehoben wurde, und zu den Bergen, wie sie aufgerichtet wurden, und zu der Erde, wie sie eben wurde?“  [1]

„In der Erschaffung der Himmel und der Erde und im Aufeinanderfolgen von Nacht und Tag sind offenkundige Zeichen für die Besitzer von Intellekt.“ [2]

Forschungserkenntnisse, die auf unterschiedlichen wissenschaftlichen Gebieten erfolgt sind, unterstützen diesen Beweis. Diese prächtige Erde, auf der wir leben, ist im Vergleich zum Zentrum unseres Sonnsystems derart winzig, dass knapp 1,3 Millionen Erdkugeln zusammen so groß wie die Sonne wären. Unser Sonnensystem wiederrum ist nur ein kleiner Teil unserer Galaxie, der sog. Milchstraße.  Die Milchstraße besteht nach heutiger Einschätzung aus über 100 Milliarden Sternen, unter denen unsere Sonne nur ein Stern von mittlerer Größe ist. Darüber hinaus gibt es im Universum unzählige Galaxien, von denen wir mit fortschreitender Technologie immer weitere entdecken. Auf der anderen Seite besteht selbst ein einzelnes Atom aus verschiedenen wundersamen Bestandteilen

2.        Die Erschaffung des Universums

Die Erschaffung des Menschen, der Erde sowie sämtlicher Planeten und des Universums ist eine weitere Thematik, die im heiligen Qur’an behandelt wird. Der heilige Qur‘an lässt diese grundlegende Frage des nachdenkenden Menschen nicht unbeantwortet. So spricht der gnädige Gott im heiligen Qur‘an über den Ursprung der Schöpfung:

„Und er ist es, der die Himmel und die Erde in sechs Tagen erschaffen hat, während sein Thron auf dem Wasser war, um euch zu prüfen, wer von euch am besten handelt. Und wenn du sagst: «Ihr werdet nach dem Tod auferweckt werden», sagen diejenigen, die ungläubig sind, bestimmt: «Das ist ja offenkundige Zauberei.» [3]

Allerdings hat dieser gesegnete Vers alle drei eingangs aufgeworfenen Fragen beantwortet, doch wir wollen uns nur dem ersten Teil des Verses widmen, der auf die Schöpfung des Universums eingeht. Hierüber können einige Punkte aufgeführt werden:

1.        Mit den sechs Tagen, in denen die Himmel und die Erde erschaffen wurden, sind sechs Perioden gemeint, die über die Himmel und die Erde verstrichen sind, bis sie die uns bekannte Form angenommen haben. Die heutige Ordnung des Universums ist also das Ergebnis von gewissen aufeinanderfolgenden Impulsen, die schließlich das aktuelle System kreierten. Dabei ist die Dauer einer Periode unerheblich, ob nun bspw. zehn Millionen oder zehn Milliarden Jahre, spielt für uns keine Rolle. Eine mögliche Einteilung dieser sechs Perioden kann bspw. wie folgt aussehen:

·       In der ersten Periode waren die Planeten ursprünglich ein konzentriertes Gemisch aus Gas und Staub, welche sich um das Massenzentrum bewegen, bis sie sich zu einem Planetenkern bilden, der dann die ihm umgebenden Teilchen gravitativ anzieht und an sich bindet.

·       In der zweiten Periode kühlen sich diese glühenden Objekte schrittweise ab und Planetenkrusten konnten sich bilden.

·       In der dritten Periode setzten sich Planeten und Sterne schrittweise zu Sonnensystemen zusammen.

·       In der vierten Periode bildete sich Wasser auf der Erde und sie konnte Leben beherbergen.

·       In der fünften Periode entstanden schrittweise Pflanzen.

·       In der sechsten Periode bildete sich die Tierwelt und schließlich kam es zur Schöpfung des Menschen. [4]

2.        Als Thron wird ein hoher Stuhl bzw. Sitz eines Monarchen bezeichnet. Im gesegneten Vers wird dieses Wort hingegen als Symbol der Macht verwendet, in dem Sinne, dass die Macht Gottes über die gesamte Welt der Erschaffung reicht. Der Linguist Ragheb Isfahani schreibt hierzu: „Das arabische Wort für „aufrichten“ nimmt die Bedeutung von „Beherrschung“ und
„Autorität“ an, wenn es mit dem arabischen Wort für „zu“ gepaart wird. [5]

3.        Das arabische Wort für „Wasser“ wird manchmal auf für „Flüssigkeit“ verwendet. Dementsprechend kann man schließen, dass die Erde zu Beginn ihrer Schöpfung aus einer glühenden, flüssigen Materie bestand, auf der es zu Schmelzungen und Explosionen kam, bis diese schließlich abnahmen, die Erdkruste gebildet werden konnte und im weiteren Verlauf die Erde letztendlich die uns bekannte Form annahm.

 

3.        Die Erschaffung des Menschen

Die Erschaffung des Menschen gehört zu den weiteren Thematiken, die im heiligen Qur’an behandelt werden. Der heilige Qur’an beantwortet diese grundlegende Frage des nachdenkenden Menschen und spricht:

„Und es gehört zu Seinen Zeichen, dass Er euch aus Erde erschaffen hat, hierauf wart ihr auf einmal menschliche Wesen, die sich ausbreiten. Und es gehört zu seinen Zeichen, dass Er euch aus euch selbst Gattinnen erschaffen hat, damit ihr bei ihnen zur Ruhe findet. Und Er hat Liebe und Barmherzigkeit zwischen euch gemacht. Darin sind Zeichen für Leute, die nachdenken. Zu seinen Zeichen gehört die Erschaffung der Himmel und der Erde, und auch die Verschiedenheit eurer Sprachen und Arten. Darin sind Zeichen für die Wissenden.“ [6]

Frage: Warum hat Gott das Universum samt Menschen und Planeten nicht auf einen Schlag erschaffen, sondern schrittweise in verschiedenen Epochen und Perioden?

Antwort: Die Welt, in der wir leben, ist materiell und die schrittweise erfolgende Vervollkommnung gehört zu den untrennbaren Folgen einer materiellen Existenz. Eine auf Materie beruhende Existenz nimmt im Verlauf der Zeit durch verschiedene Impulse unterschiedliche Formen an und durchläuft Phasen, bis schließlich ein Phänomen erfolgt. Die Schöpfung der Erde und der Himmel sind von dieser allgemeinen Regel nicht ausgenommen.

 






[1] Heiliger Qur’an, Sura al-Ghaschiah (88)/17-21:

أَفَلَا يَنظُرُونَ إِلَى الْإِبِلِ كَيْفَ خُلِقَتْ؛ وَإِلَى السَّمَاءِ كَيْفَ رُفِعَتْ؛ وَإِلَى الْجِبَالِ كَيْفَ نُصِبَتْ؛ وَإِلَى الْأَرْضِ كَيْفَ سُطِحَتْ

[2] Heiliger Qur’an, Sura Ale Imran (3)/190:

إِنَّ فِي خَلْقِ السَّمَاوَاتِ وَالْأَرْضِ وَاخْتِلَافِ اللَّيْلِ وَالنَّهَارِ لَآيَاتٍ لِّأُولِي الْأَلْبَابِ

[3] Heiliger Qur’an, Sura Hud (11)/7:

وَهُوَ الَّذِي خَلَقَ السَّمَاوَاتِ وَالْأَرْضَ فِي سِتَّةِ أَيَّامٍ وَكَانَ عَرْشُهُ عَلَى الْمَاءِ لِيَبْلُوَكُمْ أَيُّكُمْ أَحْسَنُ عَمَلًا وَلَئِنْ قُلْتَ إِنَّكُمْ مَبْعُوثُونَ مِنْ بَعْدِ الْمَوْتِ لَيَقُولَنَّ الَّذِينَ كَفَرُوا إِنْ هَذَا إِلَّا سِحْرٌ مُبِينٌ

[4] Makarem Shirazi, Naser: Tafsir-e-Nemooneh, B. 6, S. 202.

[5] Ragheb Isfahani: Al-Mufradat, S. 439.

[6] Heiliger Qur’an, Sura al-Rum (30)/20-22:

وَ مِنْ آیاتِهِ أَنْ خَلَقَکُمْ مِنْ تُرابٍ ثُمَّ إِذا أَنْتُمْ بَشَرٌ تَنْتَشِرُونَ؛ وَ مِنْ آیاتِهِ أَنْ خَلَقَ لَکُمْ مِنْ أَنْفُسِکُمْ أَزْواجاً لِتَسْکُنُوا إِلَیْها وَ جَعَلَ بَیْنَکُمْ مَوَدَّةً وَ رَحْمَةً إِنَّ فِی ذلِکَ لَآیاتٍ لِقَوْمٍ یَتَفَکَّرُونَ؛ وَ مِنْ آیاتِهِ خَلْقُ السَّماواتِ وَ الْأَرْضِ وَ اخْتِلافُ أَلْسِنَتِکُمْ وَ أَلْوانِکُمْ إِنَّ فِی ذلِکَ لَآیاتٍ لِلْعالِمِینَ

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