Islamisches Zentrum Hamburg
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Datum der Veröffentlichung : 4/18/2018 5:42:12 PM
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Lehren aus dem Koran (5) Arroganz und Überheblichkeit (3)



Freitagsansprache von 19.01.2018
von Ayatollah Dr. Ramezani Imam und Leiter des Islamischen Zentrums Hamburg e.V

Im Namen Allahs, des Barmherzigen, des Allerbarmers
Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen sei mit unserem Propheten Muhammad, seinen reinen Nachkommen und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten

Einer der größten und wichtigsten Probleme zur Zeit der göttlichen Propheten, ist die boshafte Reaktion der Herrscher der Zeit. Diese Feindschaft ging so weit, dass bei einem Wunder seitens der Propheten, sie diese – aufgrund ihrer herrschsüchtigen Neigungen – sofort dementierten, anstatt den Glauben zu gewinnen und auf den rechten Weg zu kommen. Der Koran weist auf diese Eigenschaft der Arroganten hin und sagt über ihr Starrsinn und Abwegigkeit: „Ich werde von meinen Zeichen diejenigen abwenden, die auf der Erde ohne Recht hochmütig sind. Wenn sie auch jedes Zeichen sehen, glauben sie nicht daran. Und wenn sie den Weg der Besonnenheit sehen, nehmen sie ihn sich nicht zum Weg. Wenn sie aber den Weg der Verirrung sehen, nehmen sie ihn sich zum Weg. Dies, weil sie Unsere Zeichen für Lüge erklären und ihnen gegenüber unachtsam sind.“[1]

 

Wirkungen der Arroganz aus der Sicht des Korans

Der besagte Koranvers weist auf einer der wichtigsten und gefährlichsten Auswirkungen der Arroganz. Diese Personen ignorieren jede Form von Zeichen seitens Gott, im Gegenteil, sie nehmen jede Form von Abwegigkeit und Deformität auf. Diese Zeichen besaßen die Herrscher zu Zeiten der Propheten:

1.  Zur Zeit des Propheten Hud[2] war die Hauptursache des Elend des Volkes „Aad“ die Arroganz. Der Koran sagt diesbezüglich: „Was nun die 'Ad angeht, so verhielten sie sich hochmütig auf der Erde ohne Recht und sagten: "Wer hat eine stärkere Kraft als wir?" Sahen sie denn nicht, daß Allah, Der sie erschaffen hatte, eine stärkere Kraft hat als sie? Aber sie pflegten Unsere Zeichen zu verleugnen.“[3] Und Gleich im nächsten Vers[4] sagt Gott, wie dieses Volk dann bestraft wird. Gott entsendet für ihre Bestrafung furchterregende Stürme.

2.  Der Koran bezeichnet das Volk „Shu´aib“ als ein arrogantes Volk, und sagt: „Die führende Schar, die sich hochmütig verhielt, aus seinem Volk, sagte: "Wir werden dich, o Su'aib, und diejenigen, die mit dir glauben, ganz gewiß aus unserer Stadt vertreiben, oder aber ihr kehrt zu unserem Glaubensbekenntnis zurück!" Er sagte: "Was denn, auch wenn es uns zuwider ist?“[5]

Wenn man sich den Koranvers genauer anschaut, sieht man, dass die Ungläubigen erwarteten, dass sogar der Prophet Shu´aib und seine Anhänger sich den Arroganten anschließen.

3.  Zur Zeit Moses und Aaron war auch das Hauptproblem die arroganten Herrscher, wie Korach, Fir´un und Haman. Korach war ein wohlhabender Mann, der voller Stolz sein Reichtum zur Schau stellte und die armen Menschen demütigte. Er sah seine Erhabenheit in seinem leichtgewonnenen Reichtum. Auch Fir´un erwartete von allen, dass die Menschen ihn – aufgrund seiner Macht – als „großen Gott“ anbeteten. Haman war der Wesir von Fir´un, und war voller Stolz in allen Ungerechtigkeiten und Erniedrigungen der Mitstreiter von Fir´un. Natürlich wurden alle diese arroganten Herrscher vernichtet: Fir´un und seine Gefolgschaft ertranken im Meer, und das Reichtum vom Korach wurde vom Erdboden verschluckt.

Gott weist im Koran auf die Ungerechtigkeiten, die den Christen und Juden widerfahren sind, und auch auf die Arroganten der damaligen Zeit. Diese belästigten und verfolgten den Propheten, und folterten ihre Gefolgschaft.[6]

4.  Zur Zeit des Propheten des Islams (gegrüßet sei er) gab es – genauso, wie der Koran berichtet – ein selbstsüchtiges Volk, das wegen Unwissenheit, Unglaube und Starrsinn gegenüber Recht, den Propheten (gegrüßet sei er) auf jede nur erdenkliche Weise ärgerten und diskriminierten, und dem Propheten Verleumdungen, wie: Beleidigung, Hexerei, Wahnsinn, zusprachen. Der Koran weist in mehreren Versen auf diese Diskriminierungen, die alle auf Arroganz und Herrschsucht zurückzuführen sind, hin: „hierauf hat er düster geblickt und ein finsteres Gesicht gemacht, * hierauf hat er den Rücken gekehrt und ist hochmütig geblieben. * Er sagt: "Das ist nur Zauberei, die überliefert wird.“[7]

Doch das Schicksal aller Herrschsüchtigen und Arroganten ist die Strafe Gottes, und dass sie Gottes Güte nie erfahren. So, wie der Vers besagt: „Was aber diejenigen angeht, die es verschmähen und sich hochmütig verhalten, so wird Er sie mit schmerzhafter Strafe strafen. Und sie werden für sich außer Allah weder Schutzherrn noch Helfer finden.“[8]

Die Arroganten agieren aufgrund ihrer Arroganz und schließen somit sich die Pforten Gottes Güte und versperren sich den Weg in den Himmel. Gott sagt: „Gewiß, denjenigen, die Unsere Zeichen für Lüge erklären und sich ihnen gegenüber hochmütig verhalten, werden die Tore des Himmels nicht geöffnet, und sie werden nicht in den (Paradies)garten eingehen, bis ein Kamel durch ein Nadelöhr geht. So vergelten Wir den Übeltätern.“[9] Dieser Koranvers sagt eindeutig, dass die Verleumdung Gottes Worte durch die Völker der Geschichte, die die Gesandten Gottes verspotteten, aufgrund ihrer Arroganz ist.

 

Arroganz und die Unterdrückung der Völker

Von den Koranversen, über Arroganz und Überheblichkeit gesagt wurden, kommt man zu dem Schluss, dass die Herrschsüchtigen auf jede nur erdenklich Weise versuchen, auf Abwegen zu geraten, und alle Wunder und Zeichen Gottes zu verleumden. Diese sehen sich über die Gesetze Gottes, und ihr Verstand über den Sinn der Offenbarungen. Sie leisten der Wahrheit Widerstand, und verursachen den Völkern Probleme und Schwierigkeiten.

Diese unterdrücken, aufgrund ihrer Herrschsucht und Arroganz, die Menschen, und beuten sie auf schlimmster Weise aus, oder setzen sie für ihre Herrschsucht unter Druck. Für die Arroganten ist die Unterdrückung der Armen kein Thema. Sie sind nur daran interessiert, ihre Macht auszubauen, und die Schätze der Völker und das Eigentum der unterdrückten Menschen anzueignen.

Wenn die Herrschsucht die notwendige Macht erhält, möchte sie die Weltherrschaft an sich reißen, und jedes Gesetz, der zu ihren Gunsten ist, den anderen aufzuzwängen.

 

Schlusswort

In der heutigen Welt kann die Unterdrückung der Herrschsüchtigen nicht mehr verborgen bleiben. Aus diesem Grund leiden auch die Völker unter dieser Unterdrückung, und bezeichnen es als eine Krisensituation.



[1] سَأَصْرِفُ عَنْ آيَاتِيَ الَّذِينَ يَتَكَبَّرُونَ فِي الْأَرْضِ بِغَيْرِ الْحَقِّ وَإِن يَرَوْا كُلَّ آيَةٍ لَّا يُؤْمِنُوا بِهَا وَإِن يَرَوْا سَبِيلَ الرُّشْدِ لَا يَتَّخِذُوهُ سَبِيلًا وَإِن يَرَوْا سَبِيلَ الْغَيِّ يَتَّخِذُوهُ سَبِيلًا ۚ ذَٰلِكَ بِأَنَّهُمْ كَذَّبُوا بِآيَاتِنَا وَكَانُوا عَنْهَا غَافِلِينَ, al-A´raf, Vers 146

[2] Prophet Eber

[3] فَأَمَّا عَادٌ فَاسْتَكْبَرُوا فِي الْأَرْضِ بِغَيْرِ الْحَقِّ وَقَالُوا مَنْ أَشَدُّ مِنَّا قُوَّةً ۖ أَوَلَمْ يَرَوْا أَنَّ اللَّـهَ الَّذِي خَلَقَهُمْ هُوَ أَشَدُّ مِنْهُمْ قُوَّةً ۖ وَكَانُوا بِآيَاتِنَا يَجْحَدُونَ, Fussilat, Vers 15

[4] Da sandten Wir gegen sie einen eiskalten Wind an unheilvollen Tagen, um sie die schändliche Strafe im diesseitigen Leben kosten zu lassen. Aber die Strafe des Jenseits ist wahrlich schändlicher, und es wird ihnen keine Hilfe zuteil werden., Fussilat, Vers 16

[5] قَالَ الْمَلَأُ الَّذِينَ اسْتَكْبَرُوا مِن قَوْمِهِ لَنُخْرِجَنَّكَ يَا شُعَيْبُ وَالَّذِينَ آمَنُوا مَعَكَ مِن قَرْيَتِنَا أَوْ لَتَعُودُنَّ فِي مِلَّتِنَا ۚ قَالَ أَوَلَوْ كُنَّا كَارِهِينَ, al-A´raf, Vers 88

[6] لَتَجِدَنَّ أَشَدَّ النَّاسِ عَدَاوَةً لِّلَّذِينَ آمَنُوا الْيَهُودَ وَالَّذِينَ أَشْرَكُوا ۖ وَلَتَجِدَنَّ أَقْرَبَهُم مَّوَدَّةً لِّلَّذِينَ آمَنُوا الَّذِينَ قَالُوا إِنَّا نَصَارَىٰ ۚ ذَٰلِكَ بِأَنَّ مِنْهُمْ قِسِّيسِينَ وَرُهْبَانًا وَأَنَّهُمْ لَا يَسْتَكْبِرُونَ, Du wirst ganz gewiß finden, daß diejenigen Menschen, die den Gläubigen am heftigsten Feindschaft zeigen, die Juden und diejenigen sind, die (Allah etwas) beigesellen. Und du wirst ganz gewiß finden, daß diejenigen, die den Gläubigen in Freundschaft am nächsten stehen, die sind, die sagen: "Wir sind Christen." Dies, weil es unter ihnen Priester und Mönche gibt und weil sie sich nicht hochmütig verhalten., al-Ma´ida, Vers 82

[7] ثُمَّ عَبَسَ وَ بَسَرَ * ثُمَّ أَدْبَرَ وَ اسْتَكْبَرَ * فَقالَ إِنْ هذا إِلاَّ سِحْرٌ يُؤْثَر, al-Muddathir, Vers 22 – 24

[8] وَأَمَّا الَّذِينَ اسْتَنكَفُوا وَاسْتَكْبَرُوا فَيُعَذِّبُهُمْ عَذَابًا أَلِيمًا وَلَا يَجِدُونَ لَهُم مِّن دُونِ اللَّـهِ وَلِيًّا وَلَا نَصِيرًا, an-Nisa, Vers 173

[9] إِنَّ الَّذِينَ كَذَّبُوا بِآيَاتِنَا وَاسْتَكْبَرُوا عَنْهَا لَا تُفَتَّحُ لَهُمْ أَبْوَابُ السَّمَاءِ وَلَا يَدْخُلُونَ الْجَنَّةَ حَتَّىٰ يَلِجَ الْجَمَلُ فِي سَمِّ الْخِيَاطِ ۚ وَكَذَٰلِكَ نَجْزِي الْمُجْرِمِينَ, al-A´raf, Vers 40



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