Islamisches Zentrum Hamburg
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Nachrichten Code : 189929
Datum der Veröffentlichung : 10/11/2017 3:29:00 PM
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Die Religiöse Lebensweise (25)


Freitagsansprache von 06.10.2017
von Ayatollah Dr. Ramezani Imam und Leiter des Islamischen Zentrums Hamburg e.V

Im Namen Allahs, des Barmherzigen, des Allerbarmers
Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen sei mit unserem Propheten Muhammad, seinen reinen Nachkommen und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

Jemand, der nach einer religiösen Lebensweise lebt, muss auch eine göttlich Sichtweise besitzen. Es steht außer Frage, dass die göttlichen Religionen (besonders der Islam) mit den irdischen Schulen, in der Rechtleitung der Ansichten grundlegende Unterschiede aufweisen – sowohl bem Verrichten guter Taten, als auch bei der Belohnung!. Denn diejenigen, die eine religiöse Denkweise haben und an den Ursprung und an den Jüngsten Tag glauben, versuchen, ihre Taten für Gottes Zufriedenheit und die Nähe zu ihm zu verrichten. Deshalb versuchen sie auch, sich mit guten Taten zu schmücken.

Resultat der Arbeiten, die für Gottes Zufriedenheit verrichet werden

Aus der Sicht des Korans werden diejenigen, die ihre Taten für Gottes Zufriedenheit verrichten, sowohl in Diesseits, als auch im Jenseits belohnt. Der Grund dafür ist, weil die Gläubigen den Lohn nur von Gott erhalten wollen, und sich sicher sind, dass Gott sein Wort hält.[1] Sie glauben, dass das Brechen eines Wortes nicht zu Gottes Eigenschaften gehört, und er immer sein Wort hält. Doch in den anderen Schulen, die nicht an Offenbarungen und an die göttlichen Lehren glauben, verlangen die Menschen materielle Löhne und glauben nur an diese Art von Lohn – wie die Magier zur Zeit des Pharaos, die eine gesonderte Stellung in der Gesellschaft hatten und die Menschen ihnen folgten. Als sie zum Pharao kamen, sagten sie: „(Und die Zauberer kamen zu Pharao. Sie sagten:) «Wir bekommen wohl eine Belohnung, wenn wir es sind, die siegen?»[2] Doch als sie die Wahrheit durch Moses´ Wunder erfuhren, erlebten sie eine innere Veränderung und fielen zu Boden: „So bestätigte sich die Wahrheit, und das, was sie machten, erwies sich als falsch.* Sie wurden dort besiegt und kehrten als Erniedrigte zurück.* Und die Zauberer wurden in Anbetung zu Boden geworfen.“[3] Diese wahre Geschichte besagt, dass, wenn in dem Menschen sich etwas verändert, und er den wahren Glauben zu Gott erfährt, kein Lohn dem gleich kommen kann, denn diese Menschen haben den wahren Glauben an ihren Schöpfer entdeckt, und keine Bedrohung kann sie von diesem wertvollen Geschenk abbringen. So sehen wir, wie die Magier – nachdem sie Glauben gewonnen hatten – zum Pharao kommen und er sie bedroht, sie an die Dattelpalmen aufzuhängen für die Unverfrorenheit, ohne seine Erlaubnis den Glauben zu wechslen – „und ich werde euch an Palmstämmen kreuzigen lassen.“[4] Sie antworteten: („Sie sagten:)«So schlimm ist es nicht, wir kehren zu unserem Herrn zurück.“[5] Mit anderen Worten war die „Kenntnis über die Wahrheit“ wichtig, die nun erhalten worden ist. Aus diesem Grund ist es auch, dass, wenn der Mensch seine Ansicht und Denkweise ändert, und die Wahrheit erfährt, er alles daran setzen wird, um dies zu wahren.

Versuch, die Ansichtsweise der Ketzer und Ungläubigen zu ändern

Gott demonstriert in einigen Koranversen seine Macht, um die Sichtweise der Ketzer und Ungläubigen – die nicht an die Auferstehung glauben – zu ändern. Zum Beispiel sagt Gott im Koran: „Ist es etwa schwerer, euch zu erschaffen, als den Himmel, den Er aufgebaut hat?“[6] und im Anschluss sagte er: „Er hob sein Dach empor und gestaltete ihn.“[7] Aus der Sicht von Allameh Tabatabei mahnt Gott in diesen Versen, und in den Versen 9 und 10 der Sure Nazi´at[8] die Menschen, und versucht, ihre Ansicht zu ändern, damit diese ihre Sichtweise gegenüber der Auferstehung, ihrer Knechtschaft zu Gott, und die Prophetschaft Mohammeds (gegrüßet sei er) zu überdenken.[9] Es liegt klar auf der Hand, dass der Mensch, nach der Änderung seiner Ansichten, sich über seine Verpflichtungen und Aufgaben, und auch über den göttlichen Lohn bewusst wird.

Die Vorgehensweise des Korans bei der Änderung der Sichtweise der Menschen

Der Koran bezeichnet das „Erinnern“ und „Mahnen“ als weitere Wege zur Änderung der Sichtweise. Vielerorts mahnt er den Menschen, sich nicht zu vergesssen. Zum Beispiel, wenn sie in Reichtum und Wohlstand leben: „Nein, der Mensch zeigt ein Übermaß an Frevel,* Daß er meint, er wäre auf niemanden angewiesen.“[10] An einer anderen Stelle sagt er: „Wenn Wir dem Menschen Gnade erweisen, wendet er sich ab und entfernt sich beiseite. Und wenn ihn das Böse trifft, ist er sehr verzweifelt.“[11] Und : „Und wenn ein Schaden den Menschen trifft, ruft er zu seinem Herrn, indem er sich Ihm reumütig zuwendet. Wenn Er ihm Gnade von sich gewährt, vergißt er, wofür er vorher gebetet hat.“[12] In anderen Koranversen wird in verschiedenen Formen und unter unterschiedlichen Situationen der Mensch auf sich selbst aufmerksam gemacht, damit er in all diesem Wohlstand und Reichtum, Gott und seine eigene Identität nicht vergisst, nicht auf Abwegen gerät, und Gottes Zeichen verleugnet. Nicht, dass er seine göttliche Natur vergisst und den Weg zur Seligkeit für sich versperrt.

Das „Mahnen“ ist aus der Sicht der Koranverse so wichtig, dass einige Verse die Aufgabe des Propheten (gegrüßet sei er) darin sehen, dass er die Menschen daran erinnert, was sie vergessen haben! So sagt Gott dem Propheten (gegrüßet sei er): „So ermahne. Du bist ja ein Mahner.“[13] Auch der Koran bezeichnet sich selbst als Erinnerer: „Dies ist eine Erinnerung. Wer nun will, schlägt einen Weg zu seinem Herrn ein.“[14] An einigen Stellen wird der Koran sogar als „Ermahnung“ genannt: „Wir, ja Wir haben die Ermahnung hinabgesandt, und Wir werden sie gewiß bewahren.[15]

In Anbetracht der Koranverse, die genannt wurden, kann man sagen, dass der Koran diese Methode zum Erwecken des Menschen deshalb benutzt, weil manchmal das „Vergessen“ zur Versuchung führt, und Satan den Menschen täuschen kann. Der Mensch muss also in jeder Hinsicht aufpassen, dass er nicht in Versuchung gerät. In dem folgenden Koranvers betont Gott: „Und Wir hatten früher Adam (eine Verpflichtung) auferlegt. Aber er vergaß (sie). Und wir fanden bei ihm keine Entschlossenheit.[16]

Die „Ermahnung“ war einer der Erziehungsmethoden, die alle Propheten Gottes einsetzten, und vom Koran betont wird. Somit sollen die Menschen das, was sie wissen, nicht vergessen und sich an ihr Versprechen halten. Sie sollten aus dem Schlaf der Unwissenheit erwachen und ihre wahre Natur entdecken und wiederbeleben. Dafür ist der Koran das beste Buch, um Unwissenheit, und Vergessenheit zu beseitigen und die einmaligen Potentiale des Menschen zu beachten. Gott sagt in diesem Zusammenhang: „Und ermahne durch ihn, auf daß niemand dem Verderben preisgegeben wird für das, was er erworben hat.“[17]



[1] إِنَّ اللَّـهَ لَا يُخْلِفُ الْمِيعَادَ, Gott bricht das Versprechen nicht. Al-i-Imran, Vers 9

[2] وَجَاءَ السَّحَرَةُ فِرْعَوْنَ قَالُوا إِنَّ لَنَا لَأَجْرًا إِن كُنَّا نَحْنُ الْغَالِبِينَ, al-A´raf, Vers 113

[3] فَوَقَعَ الْحَقُّ وَبَطَلَ مَا كَانُوا يَعْمَلُونَ * فَغُلِبُوا هُنَالِكَ وَانقَلَبُوا صَاغِرِينَ * وَأُلْقِيَ السَّحَرَةُ سَاجِدِينَ *, al-A´raf, Verse 118 - 120

[4] وَلَأُصَلِّبَنَّكُمْ فِي جُذُوعِ النَّخْلِ, Taha, Vers 71

[5] Ash-Shuara, Vers 50

[6] أَأَنتُمْ أَشَدُّ خَلْقًا أَمِ السَّمَاءُ ۚ بَنَاهَا, al-Nazi´at, Vers 27

[7] رَفَعَ سَمْكَهَا فَسَوَّاهَا, al-Nazi´at, Vers 28

[8] أَبْصَارُهَا خَاشِعَةٌ  * يَقُولُونَ أَإِنَّا لَمَرْدُودُونَ فِي الْحَافِرَةِ, Mit gesenkten Blicken.* Sie sagen: «Sollen wir wirklich in den früheren Zustand zurückgebracht werden?

[9] Tabatabaei, Mohammad Hossein, al-Mizan, Band 20, S. 189, 1890, Beirut, Mussissat al-Ilmi lil´matbuat, 2. Auflage, 1390 nach dem Mondkalender

[10] كَلَّا إِنَّ الْإِنسَانَ لَيَطْغَىٰ* أَن رَّآهُ اسْتَغْنَىٰ, al-Alaq, Vers  6, 7

[11] وَإِذَا أَنْعَمْنَا عَلَى الْإِنسَانِ أَعْرَضَ وَنَأَىٰ بِجَانِبِهِ ۖ وَإِذَا مَسَّهُ الشَّرُّ كَانَ يَئُوسًا, al-Isra, Vers 83

[12] وَإِذَا مَسَّ الْإِنسَانَ ضُرٌّ دَعَا رَبَّهُ مُنِيبًا إِلَيْهِ ثُمَّ إِذَا خَوَّلَهُ نِعْمَةً مِّنْهُ نَسِيَ مَا كَانَ يَدْعُو إِلَيْهِ, az-Zumar, Vers 8

[13] إِنَّمَا أَنتَ مُذَكِّرٌ, al-Ghashiah, Vers 21

[14] إِنَّ هَـٰذِهِ تَذْكِرَةٌ ۖ فَمَن شَاءَ اتَّخَذَ إِلَىٰ رَبِّهِ سَبِيلًا, al-Insan, Vers 29

[15] إِنَّا نَحْنُ نَزَّلْنَا الذِّكْرَ وَإِنَّا لَهُ لَحَافِظُونَ, al-Hijr, Vers 9

[16] وَلَقَدْ عَهِدْنَا إِلَىٰ آدَمَ مِن قَبْلُ فَنَسِيَ وَلَمْ نَجِدْ لَهُ عَزْمًا, Taha, Vers 115

[17] وَذَكِّرْ بِهِ أَن تُبْسَلَ نَفْسٌ بِمَا كَسَبَتْ, al-An´am, Vers 70



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