Islamisches Zentrum Hamburg
Delicious facebook RSS An einen Freund senden drucken speichern XML-Ausgabe HTML-Ausgabe Output PDF
Nachrichten Code : 186236
Datum der Veröffentlichung : 3/16/2017 4:10:00 PM
Aufrufe : 1392

Die religiöse Lebensweise (3)

Freitagsansprache von 20.01.2017
von Ayatollah Dr. Ramezani Imam und Leiter des Islamischen Zentrums Hamburg e.V


Im Namen Allahs, des Barmherzigen, des Allerbarmers
Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen sei mit unserem Propheten Muhammad, seinen reinen Nachkommen und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

Einer der Punkte, mit dem sich der menschliche Verstand beschäftigt, ist die Frage, ob sich das Leben der Menschen auf etwas fühlbares und materielles bezieht und darin begrenzt wird? Bedeutet dies, dass je mehr materiellen Besitz man hat, desto glücklicher ist man? Verbessert sich der Wohlstand und das richtige Leben, erreicht man die wahre Ruhe dann? Oder bedeutet das menschliche Leben die vorhandene natürliche Veranlagung, die Fähigkeiten und Begabungen aus einer immateriellen Sicht? Daher muss diese Frage genau beantwortet werden.

Die menschliche Stellung im Schöpfungssystem

Es ist klar und ersichtlich, dass wenn man sein Inneres betrachtet, stellt sich die Frage, mit welchen Ereignissen die Natur und Existenz des Menschen zusammenhängt. Dadurch wird es deutlich, dass der erhabene Gott dem Menschen eine besondere Stellung gegeben hat und ihm mit der Fähigkeit des Lernens und Wissens gesegnet hat, damit er der Stellvertreter Gottes auf Erden wird. Somit darf das Verlangen nach dem Materiellen nicht das Hauptziel in seiner Schöpfung sein, er muss sich vielmehr stetig passend zu seiner Lebenssituation auf dem Wege der Vervollkommnung befinden. Die Voraussetzung für so ein Leben ist ein Plan, der eine immaterielle Anschauung  von den Menschen und der Welt wiedergibt. Deswegen ist so eine Vorstellung eine Notwendigkeit für den Menschen. Dementsprechend wird der Plan für das Leben passend zu seiner immateriellen und spirituellen Anschauung ausgerichtet. Aus diesem Grund nimmt die „Religion“ eine notwendige Rolle im Leben des Menschen ein, weil die Religion diese Anschauung basierend auf die göttliche Weltordnung bildet.

Der Grund für die Erschaffung des Schöpfungssystems

Entsprechend den heiligen Koranversen wurde die Welt und das Schöpfungssystem aufgrund der göttlichen Weisheit erschaffen, dies bestätigt der Koran: „Wir erschufen die Himmel und die Erde und das, was zwischen beiden ist, nicht anders als in gerechter Weise.“[1] Deswegen wurde nichts zwecklos erschaffen und mit nichts wurde gespielt, weil das Schöpfungssystem kein Spiel ist, das mit alles spielt. Die Schöpfung wurde aufgrund der göttlichen „Weisheit und Vernunft“ erschaffen. Deswegen ist der Mensch auch ein Teil dieses „Schöpfungssystem“, der eine besondere Stellung hat. Entsprechen der heilige Koranversen wurde er nicht sinnlos erschaffen: „ Glaubt ihr denn, Wir hätten euch in Sinnlosigkeit erschaffen, und ihr würdet nicht zu Uns zurückgebracht?“[2] Die Erschaffung und das Schöpfungssystem beruhen auf ein göttliches und einheitliches System und alles hat den Anfangspunkt bei dem erhabenen Gott, weil sie alle den einen und selben Gott lobpreisen und ihn anbeten: „ Die sieben Himmel und die Erde und alle darin lobpreisen Ihn; und es gibt nichts, was Seine Herrlichkeit nicht preist; ihr aber versteht deren Lobpreisung nicht.“[3] Und in einer anderen Vers wird folgendes besagt: „Da ist keiner in den Himmeln noch auf Erden, der dem Allerbarmer anders denn als Diener sich nahen dürfte.“[4] Deswegen ist die Parole im Koran für das System „von ihm und zu ihm“, dies wird in folgenden Vers bestätigt: „ Wir gehören Allah und zu Ihm kehren wir zurück“[5] und in einer anderen Vers wird besagt: „Wahrlich zu deinem Herrn ist die Heimkehr.“[6] Und in anderen Stelle heißt es: „ Er macht lebendig und lässt sterben, und zu Ihm kehrt ihr zurück.“[7] „Und (es steht geschrieben), dass es bei deinem Herrn enden wird.“[8]

Schlusswort

Das Ergebnis in einem bedeutungsvollen System ist die rechtgeleitete und definierte  Bewegungsrichtungen. Mit dieser Sichtweise wird die Stellung der Religion für eine geistige und spirituelle Anschauung deutlich, dadurch wird jeder erfolgreich und erlangt die Vervollkommung. Deswegen ist es wichtig, dass der Mensch in seinem Leben eine richtige und vollkommene Sichtweise über das Schöpfungssystem und über sich selbst bekommt, zweifelsohne wird diese Sichtweise seine ganzen Lebensabschnitte beeinflussen und die Richtungen bestimmen. Wenn die Vorstellung von der Religion und die Erwartung der Menschheit von der Religion richtig verstanden und erfasst werden, werden die menschlichen Probleme besser lösbar und erklärbar. Aber wenn diese Probleme mit den naturwissenschaftlichen Wegen und Methoden interpretiert werden, bleiben wahrscheinlich viele Fragen offen, weil die Naturwissenschaft begrenz ist und nicht die Fragen, die über den Menschen stehen, beantworten kann, denn dieses Wissen kann man erst durch die Erfahrungen und Beobachtungen erlangen. Daher kann die Naturwissenschaft nicht alle allgemeine und philosophische Fragen beantworten. Aus diesem Grunde muss auf andere Wissenschaften insbesondere der Religion, die zu den Fragen bezüglich der Menschheit nähere Erläuterungen bringt , zugegriffen werden, wie zum Beispiel: Woher komme ich? Warum bin ich hier? Wohin gehe ich? Solche Fragen haben den Menschen in allen Geschichtszeiten beschäftigt. Daher sind diese Menschen, die auf der Suche nach deren Antworten sind, mit Gottes Gnade beschenkt. In einer Überlieferung von Imam Ali (Friede sei auf ihm) wird folgendes über diesen Menschen gesagt: „Möge Gott sich demjenigen, der die Antwort auf die Fragen woher, wo und wohin gefunden hat, erbarmen“[9]



[1]Al-Hijr/85

[2]Al-Mu´minun/115

[3]Al-Isra/44

[4]Maryam/93

[5]Al-Baqarah/156

[6]Al-Alaq/8

[7]Yunus/56

[8]Al-Najm/42

[9]Al-Hikmat al-Mota´liya fi al-Asfar al-Aqliya al-Arba´a


Kommentar



Zeige nichtöffentliche