Islamisches Zentrum Hamburg
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Nachrichten Code : 186228
Datum der Veröffentlichung : 3/16/2017 8:58:00 AM
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Die religiöse Lebensweise (2)

Freitagsansprache von 06.01.2017
von Ayatollah Dr. Ramezani Imam und Leiter des Islamischen Zentrums Hamburg e.V


Im Namen Allahs, des Barmherzigen, des Allerbarmers
Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen sei mit unserem Propheten Muhammad, seinen reinen Nachkommen und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

Die islamischen Wissenschaftler haben für den Begriff Religion verschiedene Bedeutungen angebracht. Aber bei so vielen Erklärungen und Beschreibungen gibt es keine Einigkeit. Jede von ihnen beschreibt eine andere Dimension von der Religion, aber nichts desto trotz haben sie alle einen gemeinsamen Punkt: damit der Mensch an sein Ziel, welches die Zufriedenheit Gottes ist, gelangt, braucht er Vorschriften, die all die Bedürfnisse des Menschen umfasst. Und wenn er diese befolgt, wird er die Glückseligkeit im Diesseits und Jenseits erlangen.

Die Bedeutung der Religion aus der Sicht Allamah Tabatabai (Möge Gott ihm gnädig sein)

Er beschreibt „die Religion“ als einen besonderen Wegweiser im diesseitigen Leben, der für die Glückseligkeit der Menschheit sorgt. Aus diesem Grund besteht die Religion aus Gesetzen und Vorschriften, die auf die Bedürfnisse des Menschen im Diesseits antwortet. Allahmah Tabatabai besagt folgendes: „ Die Religion ist eine wissenschaftliche Lehre, die aus Gesetzen und Vorschriften besteht. Es ist eine Garantie für die Menschen selbst, dass sie die wahre Glückseligkeit erlangen, wenn sie diese Vorschriften befolgen. Daher ist es notwendig, dass die natürliche Veranlagung mit der Religion übereinstimmt. Und alles was die menschliche Schöpfung verlangt, muss durch Religion beantwortet werden. Diesbezüglich besagt der Koran folgendes: „ So richte dein Antlitz in aufrichtiger Weise auf den Glauben; (dies entspricht) der natürlichen Veranlagung, mit der Allah die Menschen geschaffen hat.“[1][2]

Was in diesen beiden Bedeutungen beachtet werden muss, ist der vollkommene Zustand einer wahren Religion, in dem die Erkenntnis Gottes und der Menschheit berücksichtig wurde. Daher braucht dieser Mensch, der viele Eigenschaften und Fähigkeiten besitzt, einen Plan, der passend zu seinem Lebenszustand und seinen Bedürfnisse ist. Er erlangt die Vollkommenheit und wird glücklich, in dem er sich an diesem Plan festhält.

Die Philosophie der Religiosität und der Glaube an ihr

Was in einer religiösen Lebensweise für einen Mensch wichtig ist, ist das Erkennen und Verstehen des wahren Weges, weil erst durch dieses richtige Verständnis der Mensch seinen Glauben stärken kann. Daher wenn er an die Religion glaubt, wird er sich an die Regeln halten. Denn als ein Gläubiger profitiert er von dem Segen und den Wirkungen einer Religion. Somit fängt die Religiosität eines Menschen erst nach dem Erkennen der Religion und der Glaube an ihr an. Dementsprechend wird derjenige, der eine Erkenntnis für die Religion erhalten hat, die religiöse Wirkungen in seinem Leben spüren. Daher ist die religiöse Lebensweise für den Menschen eine Notwendigkeit und eine Priorität unabhängig von persönlichen oder gesellschaftlichen Sachen. Es ist wichtig zu erwähnen, dass die wahre Philosophie der Religion sich auf die Bedürfnisse der Menschheit bezieht, aus diesem Grund hat der erhabene Gott die Religion als ein Wegweiser ausgewählt, damit sich die Menschen auf dem Wege zu dem eigentlichen Ziel, die Erlangung der Glückseligkeit und Zufriedenheit Gottes ist, nicht verirren. Deshalb hat Gott die reinsten Menschen als Führer und Wegleiter zu seinen Geschöpfen entsandt. Es gibt Aussagen zu der Philosophie der Religion, warum die Menschen dazu gebracht wurden, sich der Lehre des Gottes anzunähern; wie beispielweise: Die Gründe für die Angst vor Wissen oder die Unwissenheit über sich selbst usw. Diese Aussagen stimmen nicht mit dem Verstand und der Erkenntnis Gottes überein. Die Annäherung und Neigungen zu der Religion Gottes ist nicht nur eine natürliche Veranlagung in dem Menschen, sondern auch ein Befehl des Verstandes, dass der erhabene Gott den Menschen nicht nur mit dem inneren Befehlshaber „der Verstand“ gesegnet hat, sondern auch mit einem äußeren Führer „die Religion“. Damit keine Ausrede für die Ungläubigen besteht. Natürlich gibt es unter dem Thema die wahre Philosophie der Religion weitere Punkte zu besprechen, wie zum Beispiel die Erkenntnislehre, Selbsterkenntnis, Psychologie usw.

Religion, eine Notwendigkeit für Menschen

Obwohl die Menschen heutzutage für ein besseres Leben aus der Wissenschaft Nutzen ziehen, besteht trotz allem für sie eine Notwendigkeit der Religion. Um die eigenen Bedürfnisse, Vervollkommenheit und das geistiges Wachstum zu erreichen, braucht der Mensch die Gesetze Gottes, diese Notwendigkeit ist nicht abzulehnen. Aus diesem Grund muss der Mensch sein Leben in Richtung der Wahrheit und der wahren Religion lenken, denn Gott, der das Innere der Menschen am besten kennt, gibt ihnen diese Anweisungen und nur mit Hilfe der Religion kann der Mensch die höchsten Stufen der Menschlichkeit, die wahre Ruhe, Weisheit und Erkenntnis erlangen. Man kann sogar behaupten, dass man ohne die Religion nicht die wahre Philosophie der Schöpfung verstehen kann. Deshalb braucht der Mensch unabhängig, in welcher Zustand und Niveau er sich befindet, eine Erleuchtung, mit der er im Diesseits und Jenseits glücklich wird. Somit muss er diesen Punkt ernst nehmen und nicht nebensächlich betrachten.

Zweifelsohne kann man sagen, dass die Religion der beste Wegweiser ist. Es muss eine wahre Religion sein, denn dies lässt sich in den Worten des heiligen Propheten Muhammad (Friede sei auf Ihm und seinen reinen Familie) bestätigen: „Die beste Religion vor Gott ist die einfach und direkte Religion.“ [3]

Der Maßstab für die Existenz der Religion

So wie es in den obigen Abschnitten gesagt wurde, ist der wichtigste Maßstab für die Existenz der Religion, dass die eine natürliche Veranlagung ist. Daher wenn die Religion richtig erkannt wird, kann man sich das Leben ohne sie nicht mehr vorstellen. Diesbezüglich wird von Imam Ali (Friede sei auf Ihm) folgendes überliefert: „ Das Leben ist nicht ohne die Religion und der Tod ohne die Gewissheit.“[4]  Aus diesem Grund kann man nur mit der Religion die wahre Ehre bekommen, aber nur wenn man an ihr glaubt. In einer weiteren Überlieferung besagt Imam Ali (Friede sei auf Ihm) folgendes: „Religion ist die Ehre und Würdigung, das Wissen ist ein Schatz, das nie endet, und Schweigen ist das Licht.“[5] Deswegen muss die Religion festgehalten werden. Diesbezüglich wird von Imam Sadegh (Frieden sein auf Ihm) folgendes überliefert: „ Halte deine Religion fest wie die Materialisten, die sich fest an dem materielle Leben klammern.“[6]



[1] Al-Rum/30

[2] Al-Mizan fi Tafsir al –Quran/Band 16, Seite 193

[3] Al-Tabaqat al-Kobra/Band 3, Seite 395

[4] Al-Irshad/Band 1, Seite 296

[5] Kashf al-Ghamati fi Ma´arefati al-A´ameh/Band 2, Seite 346

[6] Al-Kafi/Band 8, Seite 234


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