Islamisches Zentrum Hamburg
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Nachrichten Code : 185046
Datum der Veröffentlichung : 1/13/2017 3:10:00 PM
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Der gerade Weg


Freitagsansprache von 13.01.2017
von Hujjat ul-Islam Ansari
Im Namen Allahs, des Barmherzigen, des Allerbarmers

Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen sei mit unserem Propheten Muhammad, seinen reinen Nachkommen und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

Im heiligen Koran wird 33 Mal über Sirat-u-Mustaqim (Den geraden Weg) gesprochen.

In unseren täglichen Gebeten sagen wir mindestens 10 Mal am Tag: اهدنا الصراط المستقیم dies bedeutet (führe uns den geraden Weg).

Es gibt verschiedene Bedeutungen für die Wörter Sirat (Weg) und Mustaqim (Gerade) und auch gibt es verschiedenen Bedeutungen der beiden Wörter wenn sie zusammen erwähnt werden.

Wir müssen versuchen mit Hilfe des Korans und den Überlieferungen die richtige Bedeutung von Sirat ul Mustaqim zu verstehen.

Eine der Bedeutungen von Sirat-ul Mustaqim ist in der Surah Yasin in Vers 61 aufgeführt:

Ihr sollt Mir dienen - das ist ein gerader Weg

In diesem Vers bedeutet Sirat-ul-Mustaqim, die Gottesdienerschaft und jeder, welcher Gott dient, befindet sich auf dem geraden Weg.

Beachtenswert ist, dass in allen Versen des Korans das Wort Sirat in der Singular Form offenbart wurde und nicht in der plural Form. Dieses Wort existiert im Koran nicht in der Pluralform, weil es nur einen Weg gibt!

Wo hingegen das Wort Zulumat (Dunkelheiten) z.B. in der Pluralform offenbart worden ist. Aber wieder hingegen existiert das Wort Noor (Licht) ausschließlich im Koran in der Singularform. Dies bedeutet, dass der wahre Weg immer nur ein einziger Weg ist. Zwischen zwei Punkten gibt es nur einen geraden Weg.

Jeder Mensch ist ein Diener. Manche dienen anstatt Gott, ihren eigenem Ego, manche dienen ihrem Reichtum, manche sind Diener der Macht und manche dienen ihren Begierden.

Wenn man kein Diener Gottes ist, dient man all dem was einen selbst zerstört.

Gott erwähnt in Surah Zukhruf in Vers 36:

Und für den, der sich vom Gedenken an den Allerbarmer abwendet, bestimmen Wir einen Satan, der sein Begleiter sein wird.

Eine weitere Bedeutung von Sirat-ul-Mustaqim ist, die Ausgeglichenheit. Dies bedeutet, dass man weder über- noch untertreibend ist.

Imam Ali (a.) sagt: Ausgeglichenheit bedeutet, dass man weder zu schnell geht, noch zu langsam. Er (a.) sagt in Nadschul Balgaqa über den Propheten Mohammad (s.), dass er stets eine ausgeglichene Persönlichkeit aufwies.

Es ist sehr wichtig, dass ein wahrer Gläubiger in allen Bereichen seines Lebens ausgeglichen handelt.

In anderen Überlieferung von Imam Ali (a.) heißt es: "Ein Unwissender, ist immer ein Übertreibender oder ein Untertreibender".

In der Zeit des Propheten Mohammad (s.), lebten einige, welche die nicht gut gegessen haben und mit Anderen nicht gesprochen haben. Der Prophet (s.) versammelte diese und sagte zu ihnen: "Ich als Prophet Gottes, handle nicht so wie ihr. Wir sind Menschen und müssen wie normale Menschen leben. Ich spreche mit Anderen und esse wie ein normaler Mensch. Warum macht ihr euer Leben selbst so schwer".

In der Surah Araaf in Vers 32 sagt Allah diesbezüglich:

Sprich: "Wer hat die schönen Dinge Allahs verboten, die Er für Seine Diener hervorgebracht hat...

Im Glauben, Finanziellen, Familiären sogar also auch in weltlichen Dingen, müssen wir stets ausgeglichen handeln.

In Surah Qasas in Vers 77 heißt es deshalb:

und vergiß deinen Teil an der Welt nicht

Dieser Gott welcher immer wieder im Koran sagt, dass man das Jenseits nicht vergessen soll, sagt genauso aber auch, dass man das diesseitige Leben nicht außeracht lassen soll.

Sogar bezüglich des Spendens auf dem Wege Gottes müssen wir stets ausgeglichen handeln.

Hierzu sagt Gott in Surah Furqan in Vers 67:

Und die, die, wenn sie spenden, weder verschwenderisch noch geizig sind; dazwischen gibt es einen Mittelweg.

Die dritte Bedeutung von Sirat-ul-Mustaqim, ist die Fitra (die natürliche Veranlagung).

Imam Sadiq (a.) sagt in einer Überlieferung: "Unsere menschliche Veranlagung führt die Menschen zum Guten".

Ein Mensch wird mit einer reinen Veranlagung geboren. Unsere Verlangung sagt zu uns, dass man nicht lügen soll, nicht Götzendienerschaft vollziehen soll, nicht Ungerecht sein soll, nicht betrügen soll usw. Aber wir Menschen werden nach unserer Geburt im Laufe der Zeit von unserer Umgebung so beeinflusst, dass wir von dieser guten Veranlagung abkommen.

Es gibt noch weitere Beispiele von Sirat-ul-Msutaqim im Koran z.B. in der Surah An‘am in Vers 153 sagt Allah:

Und dies ist Mein gerader Weg. So folgt ihm

dies sagt Allah, nachdem ER in den Versen zuvor 10 Anweisungen an die Gläubigen stellt.

Zuletzt müssen wir anmerken, dass der Teufel, nachdem er von Gott verband wurde, geschworen hat, die Menschen von geraden Wege Gottes abzubringen.

Wie es Surah Araf im Vers 16 heißt:

...ich schwöre es, ich werde ihnen auf deinem geraden Weg auflauern.

Wir müssen auf diesen offenkundigen Feind achtgeben.

Möge Allah uns alle auf seinem geraden Wege halten und schützen.


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