Islamisches Zentrum Hamburg
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Nachrichten Code : 184942
Datum der Veröffentlichung : 1/7/2017 9:59:00 AM
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Die Eigenschaften der Verstandsbesitzer im Koran (5)


Freitagsansprache von 09.12.2016
von Ayatollah Dr. Ramezani Imam und Leiter des Islamischen Zentrums Hamburg e.V

Im Namen Allahs, des Barmherzigen, des Allerbarmers
Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen sei mit unserem Propheten Muhammad, seinen reinen Nachkommen und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

Aus der Sicht des Korans haben die Menschen mit Verstand einen Plan für sich und den anderen und versuchen auch die guten Beziehungen zu verstärken. Sowie in den vergangen Themen die Eigenschaften der Verstandsbesitzer im Koran Sure Al-Ra´ad beschrieben wurden, wird es auch in den kommenden Themen darüber gesprochen. Der erhabene Gott bezeichnet die siebte Eigenschaft der Verstandsbesitzer als „Spenden“ und besagt folgendes. „ Und von dem, was wir ihnen gegeben haben, im Verborgenen und Offensichtlichen spenden und das Böse durch das Gute abwehren- diese sind es, denen der Lohn der Wohnstatt zuteil wird.“ [1]

Spenden, die Qualität und Arten

Die Verstandsbesitzer sind diejenigen, die nicht nur von ihrem materiellen Besitz spenden, sondern auch von allem, was der Gott ihnen gegeben hat. Dies ist ein Teil ihres Plans. Daher ist das ein wichtiger Schritt in Richtung Problemlösen der Menschheit, weil sie verantwortungsbewusster sind als diejenigen, die finanzielle, gedankliche oder andere Probleme haben. Daher wird aus diesem Satz „ von dem, was wir ihnen gegeben haben“ folgendes verstanden, dass die Verstandsbesitzer von ihrem eigenen Besitz wie zum Beispiel: Eigentum, Kraft, Wissen und Eloquenz, Schreibkunst, Prestige, gesellschaftliches Ansehen, welches sie als Gottes Segen sehen, spenden sie den anderen, dabei soll deren Ziel das Profitieren vom Gottes Segen für alle sein.

In diesem heiligen Vers wird das „Verbogene und Offensichtliche“ erwähnt, was auf die Qualität der Spende andeutet. Das heißt, dass die Verstandsbesitzer beim Spenden alle Voraussetzungen und Bedienungen abhandeln, bis dies bestmöglich durchgeführt werden kann. Infolgedessen wird manchmal im Verbogenen gespendet, damit die Ehre des Bedürftigen erhalten bleibt, allerdings ist diese Spende die beste Art. Und manchmal wird diese heilige Tat im Offenen praktiziert, um eine Motivation für die anderen zu sein, sodass diejenigen, die viel besitzen, lernen, das was sie von Gott haben, den anderen auch davon profitieren lassen. Dementsprechend steckt die Philosophie hinter dem Spenden, um die Bedürfnisse der armen Menschen in einer Gesellschaft zu stillen. Deshalb ist es wichtig zu erwähnen, dass diese Spende zwei Arten hat, die Verpflichtende und Empfohlene.

Die erwünschte Spende und ihre Wirkung

Zweifelsohne sind die wichtigste Wirkungen der Spende auf die Personen, die diese Tat vollziehen, das geistige und gedankliche Wachsen, aber was beim Spenden wichtig ist, ist die Zufriedenheit Gottes und sie vernichten nicht die Belohnung für Spende, in dem sie die Bedürftigen helfen und nachher sie damit belästigen. Denn der erhabene Gott besagt im heiligen Koran bezüglich der Belästigung und Vorbehalt der Spende: „ O ihr, die ihr glaubt, vereitert nicht eure Almosen durch Vorbehaltung und Ungemacht.“[2] Außerdem darf diese Spende nicht mit der Absicht, um Ansehen zu bekommen, gegeben werden, denn in diesem Vers geht es damit weiter: „ gleich dem, der sein Gut ausgibt, um von den Leuten gesehen zu werden, und nicht an Allah glaubt und an den Jüngsten Tag. Das Gleichnis dessen ist das Gleichnis eines Felsen mit Erdreich darüber, und es trifft ihn ein Platzregen und lässt ihn hart. Sie richten nichts aus mit ihrem Verdienst.“[3] Die Spende mit solchen Absichten wird nicht angenommen. Deswegen besagt der erhabene Gott an einer anderen Stelle bezüglich dieser Personen: „ Sprich: Spendet willig oder unwillig, es wird doch nicht von euch angenommen. Denn wahrlich, ihr seid frevelhafte Leute.“[4] Daher soll der Mensch auf Gottes Wege mit reinen Absichten spenden. In einem Vers wird gesagt: „ Wir speisen euch nur um Allahs Willen. Wir begehren von euch weder Lohn noch Dank dafür.“[5]


Eine weitere Wirkung von dieser wichtigen Anweisung ist, dass wenn eine Person etwas aus Gottes Wege spendet, wird das von Gott ersetzt. Dies bestätigt er auch im Koran: „ und was immer ihr spendet, Er wird es ersetzen, und Er ist der beste Versorger.“[6]  An einer anderen Stelle besagt er: „ und was immer ihr an Gutem spendet, das soll voll zurückerstattet werden, und es soll euch kein Unrecht zugefügt werden.“[7] Daher ist dieser Punkt ein Teil des täglichen und nächtlichen Plans der Verstandsbesitzer, dass alles was sie von Gott bekommen, spenden. „ Diejenigen, die ihren Besitz bei Nacht und Tag, geheim oder offen, spenden denen ist ihr Lohn von ihrem Herrn (gewiss), und sie brauchen keine Ängste zu haben noch werden sie traurig sein.“[8] Schließlich gehört das Spenden im Koran zu den Eigenschaften der Tugenden, „ und von dem ausgeben, was wir ihnen beschert haben.“[9] Eines der Themen, welches dabei das erwünscht Sein der Spende eine Rolle spielt und beachtet werden muss, ist die Achtsamkeit auf die Aussage „ im Verbogenen und Offensichtlichen“, weil der Islam nicht nur auf die Tat selbst achtet, sondern auch auf die Qualität der Taten. Deswegen ist es sehr wichtig, dass man dabei alles beachtet. Aus diesem Grund wurde im Koran erwähnt, dass wir die Menschen mit den besten Taten und nicht mit den meisten Taten prüfen. Demzufolge wenn eine Person spendet, muss sie auf die Persönlichkeit des Bedürftigen achten und wissen, dass er von Gott zu dieser Person geschickt wurde. „ Der Bedürftiger, der zu dir gekommen ist, wurde von Gott gesandt.“[10] Deswegen wenn ihm nicht geholfen wird, hat man eine wertvolle Gelegenheit verpasst, weil die Probleme dieses Bedürftigen woanders gelöst werden und er den Gottes Segen durch einen anderen bekommt. Aber diese Person, die dem Bedürftiger nicht geholfen hat, hat sich selbst von Gottes Segen entzogen. Daher soll man solche Gelegenheit bestens ausnutzen, um für das Jenseits Gutes zu ernten.

Schlusswort

Die Verstandsbesitzer „Ulul Al-Bab“ werden niemals vom Spenden müde, sondern durch das Wiederholen dieser Tat fühlen sie sich froh und gesegnet. Dadurch wollen sie, dass sie ein Mittel von Gott für die Bedürftigen sein, damit die Probleme der Gottesdiener, soweit es möglich ist, lösen. Darin sehen sie ihren Erfolg. Außerdem versuchen sie die Qualität dieser Tat zu verbessern und die Zufriedenheit Gottes zu erlangen.



[1] Al-Ra´ad/22

[2] Al-Baqarah/264

[3] Al-Baqarah/264

[4] Al-Taubah

[5] Al-Insan

[6] Saba/39

[7] Al-Baqarah/272

[8] Al-Baqarah/274

[9] Al-Baqarah/3

[10] Nahjul-al-Balagha/Weisheit 304



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