Islamisches Zentrum Hamburg
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Nachrichten Code : 184116
Datum der Veröffentlichung : 11/9/2016 4:28:00 PM
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Die Islamkunde 193, der Islam und ethische Rechte 38


Freitagsansprache von 28.10.2016
von Ayatollah Dr. Ramezani Imam und Leiter des Islamischen Zentrums Hamburg e.V
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Im Namen Allahs, des Barmherzigen, des Allerbarmers
Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen sei mit unserem Propheten Muhammad, seinen reinen Nachkommen und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.


Ein weiteres Themengebiet bezieht sich auf eine wichtige Forderung des Islams, welche im Folgenden verständlich sein wird, sich diesen anzupassen. Sobald mehr Gemeinsamkeiten unter den Menschen gesehen wird, gehören diesen auch mehr Rechte an. Deshalb wird religiösen und gläubigeren Menschen eine große Anzahl von Rechten zugeschrieben. Aus diesem Grund wird der hochrangige Glaube, durch die Achtung dieser Rechte der Glaubensgeschwister belegt und spielt aus diesem Grund auch eine sehr große Rolle. In diesem Teil beschreibt Imam Sajjad (Friede sei auf ihn) das „Recht des Glaubensmitgliedes“. Hierbei muss jedoch erwähnt werden, dass die Rechte der weiteren Glaubensgeschwister (wie Christen oder Juden) und Atheisten, ebenso bedeutungsvoll sind, welche in den weiteren Themenverlauf aufgeführt wird. Ein Grund dafür ist, dass heutzutage sieben Milliarde Menschen auf der Erde leben und lernen müssen mit diesen, auf einer gerechten und angemessen Art und Weise, umzugehen.

Das Recht der Glaubensmitglieder

Dadurch, dass in der heutigen Zeit mehr als 1,6 Milliarden Muslime mit verschiedenen Nationalitäten auf der Welt leben, ist es belangvoll allgemein über die Rechte dieser Glaubensgeschwister zu sprechen. Es ist deutlich zu sehen, dass die Muslime, unterschiedliche Sitten und Kulturen innehaben, obwohl sie im Glauben alle einheitlich sind. Hierbei zeigt sich dieser Einklang unter anderem durch das heilige Buch der Muslime (der Koran), den Propheten Muhammad (Friede sei auf ihn und seine Familie), der Glaube an den Monotheismus und Jenseits, sowie auch viele islamische Gesetze, wie Gebet, Fasten und Pilgerfahrt etc… . Diese aufgeführten Elemente zählen somit zu den Anzeichen für die Einheit der Muslime. Daher kommt die Frage auf, inwiefern man, bezüglich seiner Glaubensgeschwister, sich eigentlich verhalten sollte und über welche Rechte diese verfügen? An dieser Stelle antwortet Imam Sajjad (Friede sei auf ihn) wie folgt: „Jedoch das Recht des Glaubensmitgliedes ist im Allgemeinen wie folgt: Dass du aus vollem Herzen, ihm Gesundheit und viel Segensbereicherung wünscht, genauso auch bei seinen Missgünsten standhaft zu bleiben und generell mit ihm vertraut zu werden. Sei bestrebt dazu, dass er sich veredelt und zeige Dankbarkeit zu denen, die mit dir und zu sich selbst wohlwollend umgegangen sind. Denn deren Wohltat zu sich selbst, wird genauso wie die Wohltat zu euch anerkannt, da sie im Prinzip es verhindert haben dir Pein auszuüben und dich nicht zu belasten. Schließe sie in deine Bittgebete ein und helfe ihnen mit deiner Bereitschaft und gebiete ihnen eine bestimmte positive Rolle. Sehe die Älteren wie deinen eigenen Vater an und die Jüngeren wie deine Kinder und die Gleichaltrigen wie deine Brüder. Sobald diese dich um Hilfe suchen, sollst du stets mit ihnen fürsorglich und liebenswert umgehen und beachte die Gesetze deines Glaubensbruders.“[1]

Das Wort „Volk, Nation“ bedeutet so viel wie Bekenntnis, Konfession[2], Glaube, Gesetz und Zeremonie[3], sowie auch Gemeinschaft und Gemeinde[4]. Außerdem wird dieser Begriff auch mehrmals im heiligen Koran erwähnt[5]: „Sprich: Gott hat die Wahrheit gesprochen; folget darum dem Glauben Abrahams, des Aufrichtigen; er war keiner der Götzendiener!“[6] Hierbei signalisiert anscheinend das Wort „Nation“, das islamische Volk. Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass sich in der „Risala al-Hughugh“ von Imam Sajjad (Friede sei auf ihn) allgemein auf das Recht des islamischen Volkes hinzielt.

Die Bewahrung von Zusammenhalt und Einklang unter den Muslimen

Es ist ersichtlich und wurde öfters bestärkt, dass der Islam zeitgleich sehr intensiv, sowohl für individuelle (zur Vervollkommnung und Entwicklung der Seele des Menschen), als auch für die kollektive Angelegenheiten beschäftigt. Der Islam ist genauer gesagt eine kollektive Religion, weshalb er daher viele ausführliche Rechtsgesetze umfasst, damit der Fortschritt der mitmenschlichen Bindungen sich ergeben kann. Generell stützt man sich mehr auf den gemeinschaftlichen Zusammenhalt der Muslime, vor allem aber auf deren vielen Gemeinsamkeiten. Das ist auch der Grund dafür, warum der Islam immer wieder Einheit, Zusammenhalt und Einklang anordnet. Natürlich beruht sich dieser, deckungsgleich, auf ein friedliches Zusammenleben, solange keine Intrigen oder Machenschaften für Zwietracht und Entzweiung gehegt werden. Daher besagt der heilige Koran: „Und haltet euch allesamt am Strang Gottes (wie der Koran und der Islam und jede Form von Zusammenhalt) fest und seid nicht zwieträchtig! Und gedenket der (großen) Huld Gottes gegen euch, als ihr Feinde wart. Alsdann fügte Er eure Herzen so in Liebe zusammen, dass ihr durch Seine Gnade, Brüder wurdet!“[7] In anderen Koranversen wird Zwietracht und Unfrieden untersagt: „Und seid nicht wie jene, die zwieträchtig wurden und uneins, nachdem ihnen klare Beweise zuteil geworden sind. Und ihnen wird schwere Strafe erteilt.“[8] Der heilige Koran gibt den Muslimen neben der Analyse und Veranschaulichung von Unfrieden, somit ein Warnsignal, nicht nochmal den gleichen Fehler zu begehen, wie manche vergangene Völker es getätigt haben. Zusätzlich wird den Muslimen aufgetragen, mehr Gott und seinem Gesandten Folge zu leisten, sodass sich der Zusammenhalt mehr verschweißen und somit als Hindernis, jeglicher Unruhen und Streitigkeiten agieren kann: „Und gehorcht Gott und Seinem Gesandten, und streitet nicht miteinander, sonst würdet ihr den Mut verlieren, und eure Kraft würde vergehen! Und seid standhaft! Gewiss, Gott ist mit den Standhaften.“[9]

Das Bewahren von Zusammenhalt zur Bewirkung einer Autorität der Muslime weltweit

Ein wichtiger Fall, in der die islamische Welt ihre maximale Stärke widerspiegeln kann, ist das Beibehalten von Zusammenhalt, Einklang und Zusammenarbeit in der muslimischen Community. Aufgrund dieser Einheitsbewahrung, ist folglich der ausschlaggebendste Faktor für geistige, spirituelle und kollektive Autorität des Islams gewährleistet. Somit hindert der Islam, Unterdrückung und Tyrannei zu Muslimen und ruft sie sogar entgegen diese auf. Wenn die Muslime, aufgrund der wahrhaftigen Überzeugung zum Islam, aneinander beistehen und dran festhalten, verwehrt man den negativ gestimmten Fremdlingen, das Eindringen in den islamischen Reihen. Daher bestärkt die deutliche Aussage von Imam Sajjad (Friede sei auf ihn), auf Duldung und Toleranz innerhalb der muslimischen Gemeinschaft, sogar auch, wenn negativen Umständen vorhanden sind. Selbstverständlich stützt sich Imam Sajjad (Friede sei auf ihn) auch auf die Wertschätzung der Muslime, welche wohltätig handeln. Er rät den Muslimen, wie ein fürsorglicher Vater (falls man eine vorsitzende Stellung in der islamischen Gemeinschaft besitzt) zu handeln, während er seine jüngeren islamischen Mitglieder, als seine eigene Kinder und Seinesgleichen, wie seine eigene Brüder erkennt. Demzufolge ist es verpflichtend niemals deren Rechte und Gesetze zu kurz kommen zu lassen. Außerdem sollte man neben diesen Anweisungen, stets erfreulich und gutmütig miteinander umgehen, da dies untern anderem, den Äußerungen des heiligen Korans entspricht. Dieser Umgang wird im Koran nicht nur den islamischen Mitglieder aufgezeigt, sondern berücksichtigt auch alle anderen Mitmenschen. Im Koran wird besagt: „Und sagt Gutes zu den Menschen.“[10] Des Weiteren fordert der heilige Koran zu humanitäre Umgangsformen auf, da es prinzipiell als „goldene Regel“ im Islam gedeutet werden kann. In den unterschiedlichen Bittgebeten der unfehlbaren Ahlulbait (Friede sei auf ihnen) erkennen wir, dass in den Bittgebete häufig für die Armen, der Genesung aller Kranken und Problemlösungen aufgerufen wird. Deshalb ist es notwendig zu erkennen, dass diese Art von Umgangsformen im Islam, gemeinschaftlich bestimmt worden sind, damit jeder in diesem Schema einbezogen wird. Der Prophet Muhammad (Friede sei auf ihn und seine Familie) beantwortet diesbezüglich die Frage, was der Islam ist, wie folgt: „Islam ist, dass dein Herz der Wahrheit (also Gott) ergeben ist und dass die Muslime von deiner Hand und deiner Zunge in Sicherheit sind (das heißt, dass man nicht die Muslime belästigt, sei es verbal oder handgreiflich).“[11] Weiterhin besagt der Prophet (Friede sei auf ihn und seine Familie): „Es wird keiner zu uns gezählt, wenn dieser die Muslime betrügt oder ihnen Schaden zufügt oder ihnen Intrigen aufsetzt.“[12]

Aus diesem Grund wird gesagt, dass diejenigen die eine höhere Glaubensüberzeugung besitzen, mehr Rechte zuteilwird, geschweige die Rechte eines unfehlbaren Menschen, wie der des Propheten Muhammad (Friede sei auf ihn und seine Familie). Daher sollten alle Muslime versuchen, die Rechten des Propheten (Friede sei auf ihn und seine Familie) und der Imame (Friede sei auf ihnen) zu würdigen und in Acht zu nehmen. Denn es ist ersichtlich, dass die Erkenntnis dieser Rechte eine allgemeine Verpflichtung jedes einzelnen Muslims ist, da deren wissenschaftliche und Praxis bezogene Bewegung, für uns alle, als Vorbild dienen. Wir sollten uns daher zu den Lehren dieser großartigen Menschen beständig zeigen und uns in den richtigen Verlauf des Islams begeben, sodass dadurch unser Benehmen und unserer Aktivitäten, den wahren Islam reflektieren können.

 


[1] Ibn Shaba Harani, Hassan bin Ali, Tuhaf al-Ughul, Seite 271, Qom, Jamee Mudarresin, Zweite Auflage, Jahr 1404 (Mondjahr).

[2] Humairi, Nashwan bin Said, Shams al-Ulum, Band 9, Seite 6182, Damaskus, Dar al-Fikr, Erste Auflage, ohne Datum.

[3] Ibn Saida, Ali ibn Ismail, Al-Muhka wa al-Muhit al-Azham, Band 10, Seite 379, Beirut, Dar al-Kitab al-Ilmiyya, Erste Auflage, ohne Datum.

[4] Ibn Saida, Ali ibn Ismail, Al-Mukhasas, Band 13, Seite 106, Beirut, Dar al-Kitab al-Ilmiyya, Erste Auflage, ohne Datum.

[5] Sura Yusuf, Vers 37-38 und Sura Al-Araf, Vers 89.

[6] Sura Ale- Imran, Vers 95.

[7] Sura Ale- Imran, Vers 103.

[8] Sura Ale- Imran, Vers 105.

[9] Sura Al- Anfal, Vers 46.

[10] Sura Al- Baghara, Vers 83.

[11] Ibn Al-Athir, Ali bin Muhammad, Asad al-Ghaba, Band 5, Seite 334, Beirut Dar al-KItab al-Arabiyy, ohne Datum. Und Al-Hindi, Ala al-Din Ali al-Muttaghi, Kanz al-Ammal, Band 1, Seite 26, Hadith 17, Tashih Safwa al-Sagha, Beirut, Maktaba al-Turath al-Islamiyy, Al-Taba al-Ula, Jahr 1397 (Mondjahr).

[12] Ibn Babiwai, Muhammad bin Ali, Uyun Akhbar al-Ridha (Friede sei auf ihn), Band 2, Seite 29, Hadith 26, nach Recherchen von Mahdi Lajurdi, Teheran, Nashr Jahan, Erste Auflage, 1378 (Mondjahr).



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