Islamisches Zentrum Hamburg
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Nachrichten Code : 191359
Datum der Veröffentlichung : 1/6/2018 10:59:00 AM
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Die Religiöse Lebensweise (29)


Freitagsansprache von 24.11.2017
von Ayatollah Dr. Ramezani Imam und Leiter des Islamischen Zentrums Hamburg e.V

Im Namen Allahs, des Barmherzigen, des Allerbarmers
Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen sei mit unserem Propheten Muhammad, seinen reinen Nachkommen und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

Einer der wichtigen und unabdingbaren Themen in der religiösen Lebensweise, die eine besondere Stellung hat, ist die Erziehung der Kinder. Aus diesem Grund wurde sie auch in den religiösen Lehren und in der Kultur des Korans besonders hervorgehoben. Die Gläubigen sollten ihre Kinder nach den religiösen Lehren und der Kultur des Korans erziehen.

Richtige Erziehung aus der Sicht des Islams

Zwischen den muslimischen und nicht-muslimischen Gelehrten existierten Gemeinsamkeiten und Meinungsverschiedenheiten, was die „Erziehung“ und deren Grundlagen betreffen. Doch dafür ist in dieser kurzen Rede keine Zeit. Daher wird dieses Thema auf einen anderen Zeitpunkt verschoben. Nur so viel, dass die höchsten Tugenden und Potentiale des Menschen durch diese Erziehung zum Aufblühen kommen. Der Islam achtet bei seinen Erläuterungen besonders auf die Erziehung des Menschen zur Entwicklung seiner Potentiale. Viele dieser Tugenden entwickeln sich, wenn der Mensch sich ein Vorbild nimmt und ihm dann nachahmt. Der Islam findet die Form von Erziehung richtig, die die verborgenen Potentiale des Menschen zum Leben erweckt und ihn zur Vollkommenheit leitet.

 

Vorbildliche und richtige Erziehung

Die Erziehung hat – aus inhaltlicher und formaler Sicht – zwei Definitionen: Allgemeine und spezielle. In einer Darlegung wird versucht, eine Denkweise auf verschiedene Methoden zu übermitteln, und somit gewisse Eigenschaften in bestimmten Altersgruppen zu erschaffen. Aus diesem Grund wird auch diese Erziehungsmethode, die „offizielle Erziehung“ genannt. Diese Erziehungsmethode geschieht überwiegend in den Bildungszentren, und behandelt Themen, wie: Verhaltensregeln, Achtung der Eltern, Wertschätzung der Wissenschaft und geeignete Bildung für jede Altersgruppe. Eine weitere Erziehungsmethode ist die „allgemeine Erziehung“, die die ganzen Lebenslagen beeinflusst und präsent ist. Dabei spielen der Familienkreis und das Umfeld für das Aufblühen der Potentiale eine gewichtige Rolle. Dies ist der Grund, warum die Propheten und Gesandten und deren Vertreter, also Ethiklehrer und Erzieher, die Aufgabe haben, den Menschen diese Erziehungsmethode nahezubringen, und sie nach den ethischen Tugenden – die auf den Offenbarungen basieren – zu erziehen. In dieser Erziehungsmethode kann man auf kein spezielles Thema hinweisen, denn die Erziehung des Menschen ist in seiner allgemeinen Bedeutung das Ziel, und ein jeder spielt dabei seine spezifische Rolle.

Die Rolle der Eltern bei der Erziehung der Kinder

In der Familie spielen die Eltern die wichtigste Rolle bei der Erziehung. Vater und Mutter müssen gemeinsam sich für die Erziehung einsetzen. Sie müssen die Instinkte und Gefühle der Kinder in Betracht ziehen und, je nach Situation und Lage der Zeit, die auf den richtigen Weg leiten.

Es ist klar und eindeutig, dass in einigen Altersgruppen und Situationen die Erziehung komplizierter erscheint. Die Beachtung der seelischen und geistigen Dimensionen des Neugeborenen und Umsetzung aller Aufgaben durch die Mutter, wie säugen, Ruhe übermitteln, Liebe zeigen, Sicherheit schaffen und … sind besonders sensibel. Die Erziehung des Kindes wird im dritten Lebensjahr besonders komplex, und deshalb wird die Rolle der Eltern bei der Erziehung besonders wichtig, denn da nimmt das Kind mit seinen fünf Sinnen mit seinem Umfeld Kontakt auf. Hier müssen die Eltern nun darauf achten, wie sie sich verhalten, was sie Sagen und tun – da alles, was sie tun und sagen, sich sofort im Gehirn des Kindes einprägt. So haben harsche Verhalten und Überreaktionen negative Auswirkungen auf das Kind, genauso wie richtiges und gemäßigtes Verhalten sich positiv auswirken.

Natur des Menschen und die Erziehung

Da jedes Kind mit einer „reinen Natur“ zur Welt kommt, können die Eltern sie formen, wie sie es für richtig halten. Gott sagt im Koran: „Und diejenigen sollen sich fürchten, die, wenn sie schwache Nachkommenschaft hinterließen, um sie bangen würden; darum sollen sie sich vor Allah hüten und treffende Worte sagen.“[1] So ist die wichtige Aufgabe der Erziehung des Kindes den Eltern überlassen, wenn die Eltern diese Aufgabe vernachlässigen, betrifft das Ergebnis dieser Vernachlässigung ihre Kinder und sie selbst. Erfahrungen zeigen, dass die ethische und Glaubensgrundlage der Kinder sich im Alter zwischen drei und zehn Jahren formt. So müssen die Eltern in dieser Zeitspanne sich besonders um die Erziehung des Kindes kümmern. Wenn die Kinder nun das zehnte Lebensjahr hinter sich lassen, müssen nun die Eltern andere Erziehungsregeln in Betracht ziehen und andere Verhaltensweisen vornehmen. Einiger dieser Verhaltensmuster sind:

1.  Da die Grundlage der Erziehung in der Familie beginnt und in der Gesellschaft endet, müssen sich die Eltern in jeder Hinsicht auf die Erziehung der Kinder vorbereiten. Sie müssen darauf achten, dass der Charakter und die Persönlichkeit des Kindes von ihren Bemühungen abhängen.

2.  Sie sollten bei der Erziehung der Kinder den Rat eines Pädagogen einholen, und bei der Erziehung Geduld aufweisen. Sie müssen die Erziehung nicht auf die leichte Schulter nehmen und darauf achten, dass Erziehung nicht mit Gewalt und Diktatur und Erniedrigung sein darf. Die Kinder versuchen in diesem Alter instinktiv ihre Persönlichkeit zu entwickeln und selbstständig zu werden, was nicht von den Eltern verhindert werden darf. Dies könnte gefährliche Folgen für das Kind haben.

Auswirkung eines „Halal“[2]-Einkommens auf die Erziehung der Kinder

Der Islam ist der Ansicht, dass ein Stück reines und „Halal“ Brot eine sehr wichtige Rolle bei der richtigen Erziehung des Kindes hat, und die Eltern müssen darauf großen Wert legen. Es ist also die Aufgabe der Eltern und die der religiösen und Koranlehrern, den Kindern ganz langsam dies beizubringen.


Schlusswort

Die Eltern sollten mit Freundlichkeit und Vertrauensaufbau, die Freunde und Vertrauten ihrer Kinder sein. Die Erziehung der Kinder muss ihre Hauptsorge sein, um ihre Seligkeit im Dies- und Jenseits zu sichern. Dies ist auch der Grund, warum aus der Sicht des Islams die Erziehungsziele der Eltern besonders wichtig ist. Aus der Sicht des Islams ist das Ziel der richtigen Erziehung der Menschen das Aufblühen aller Potentiale, damit er letztendlich alle göttlichen Eigenschaften und menschlichen Tugenden in sich pflegt. Doch dafür müssen die Eltern diese Tugenden und Eigenschaften kennen. Außerdem sollten die Eltern ihre Kinder zu Reinheit, rechtes Leben, Knechtschaft Gottes, Tugendhaftigkeit, Logik, Verantwortungsbewusstsein, Kooperation und gesundes Leben und gesunden Körper aufrufen. Sie sollten die Grundlage schaffen, damit die Kinder ein richtiges Leben führen und auf dem Pfad der Seligkeit schreiten.

 



[1] وَلْيَخْشَ الَّذِينَ لَوْ تَرَكُوا مِنْ خَلْفِهِمْ ذُرِّيَّةً ضِعَافًا خَافُوا عَلَيْهِمْ فَلْيَتَّقُوا اللَّـهَ وَلْيَقُولُوا قَوْلًا سَدِيدًا, an-Nisa, Vers 9

[2] Religiös und gesetzlich erlaubt



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